10. Juni 2017
von Thomas Will
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Vivaro statt Fahrrad

26. Tag, Samstag, 10. Juni 2017 – Travemünde – Bischofsheim

Eines war heute genauso wie an den Vortagen: Frühstück um 6.30 Uhr. Aber viele von uns hatten die Radlerkleidung schon eingepackt. „Zivil“ war angesagt. Wir stärkten uns ein letztes Mal gemeinsam und kamen mit unseren Rädern (nachdem auch Jupp aufgetaucht war) schnell von Bord. Jetzt noch 4 Kilometer auf dem Fahrrad und dann waren wir auf dem Campingplatz, wo unser Bus schon wartete.

Jetzt ging alles Hand in Hand. Binnen einer halben Stunde waren die Räder verpackt, wurde die letzte Bordverpflegung eingekauft und alle Satteltaschen verstaut. Frank bekam noch seinen Rucksack und dann trennten wir uns. Willi übernahm die Bahngruppe und machte sich auf zum Bahnhof – Rudi, Carmen, Alf, Klaus, Josef und ich wählten die Busvariante. Mit Vivaro und Hänger auf die A 7 – los ging es um 8.40 Uhr – und es lief gut. Hamburg, Hannover, Kassel – erste Pause bei Kilometer 390. Der Bus brauchte Futter, die Besatzung einen Ent- und Versorgungshalt und Alf wollte aussteigen um mit dem Fahrrad die letzten 30 Kilometer bis nach Witzenhausen zu fahren. Binnen 50 Minuten war alles erledigt und wir wieder im Bus. Josef übernahm den Fahrersitz und das Lenkrad und wir machten uns (jetzt in Hessen) auf die letzten 200 Kilometer bis nach Bischofsheim.

Eine Frage ist ja noch offen: wohin geht es 2019? Die Euroradler, die gestern Abend an Bord der Peter Pan waren wissen es schon: auf die Azoren – wie und wann, diese Informationen kommen in den nächsten Wochen. Jetzt wollen wir erst einmal nach Hause (noch genau 100 Kilometer – Stand 15.05 Uhr). Dann klappt das ja mit dem Hessentag um 17 Uhr doch noch ……… Und es hat geklappt. Auch unser Bus war um 16.15 Uhr im Hessenring in Bischofsheim, dort wo vor vier Wochen (fast) alles begonnen hatte – gut 2.650 Kilometer und 26. Tage vorher.

9. Juni 2017
von Thomas Will
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Sonniger Abschied

25.Tag, Freitag, 9. Juni 2017 – Ahus – Trelleborg

 Noch lag leichter Morgennebel über der Ostsee. Wir frühstückten um 6.30 Uhr, packten unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg. Mit jedem Kilometer wurde es wärmer, nach gut einer Stunde „Ausziehstop“ und dann hinauf auf 150 Meter – eigentlich nicht viel aber in Südschweden schon eine Hausnummer. Wir strampelten weiter, mal mit leichtem Rückenwind, manchmal kam er auch von der Seite. Die Strecke – fast immer im Wald – machte uns den Abschied von Schweden immer schwerer. Wenn es zu gut läuft, dann bekommt man immer eines auf die Mütze (oder den Helm. Kurz vor Lövestadt (wir dachten schon an das Mittagessen) war die Straße gesperrt. Asphaltarbeiten. Wir mussten östlich bis nach Tomelilla ausweichen. Mittagsrast. Das Kartenlesegerät war offline und so stand erste ein Bankomatbesuch an, bevor wir uns an den guten Schnitzen stärken konnten. Weiter durch das wellige Südschweden, immer der Küste entgegen. Eine kurze Kaffeepause – Danke an Willi für die schwedischen Schaumküsse – und ein letztes Gruppenbild an der südlichsten Spitze von Schweden.

In Trelleborg mussten wir noch zwei Kilometer gegen den Wind kämpfen, dann war es geschafft. Wir waren auf der „Peter Pan“, sicherten unsere Räder – eine schnelle Dusche und ab zum Abendessen. Zwischen Hauptgang und Dessert dann die Frage: wohin geht es 2019? An den westlichsten Punkt Europas. Nein, nicht Lissabon, da waren wir schon.

(Auch dazu morgen mehr)

136,4 Kilometer, 675 Höhenmeter, 7.25 Stunden auf dem Rad, 18,38 km im Durchschnitt, 43.04 km Höchstgeschwindigkeit, Höchster Punkt: 151 Meter, 3.436 verbrauchte Kalorien

 

8. Juni 2017
von Thomas Will
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Deckmantel aus der Satteltasche

24.Tag, Donnerstag, 8. Juni 2017 – Karlskrona – Ahus

Joachim sah sich wohl gedanklich schon im Zug von Karlskrona nach Karlshamn, denn als er am frühen Donnerstag zu seinem Fahrrad kam war es schon klar zu erkennen: mit diesem Deckmantel geht (fast) nichts mehr. Und doch versuchte die Monteursabteilung ihr Bestes. Aber es half nichts. Wir sprachen schon über den möglichen Treffpunkt zur Mittagszeit, da fiel es Stephan ein: Conny hat doch noch einen Deckmantel in der Satteltasche. Jetzt war nur noch die Frage: „in welcher?“ Auspacken – alles das, was eine Stunde zuvor fein säuberlich eingepackt wurde landete auf den Armen der Euroradler, denn wie sollte es anders sein: die Decke war ganz unten. Zehn Minuten später rollten wir los. Um es vorweg zu nehmen: der Mantel hielt – und auch die Felge von Klaus. Technisch gab es heute keine Probleme mehr. Wir kamen gut aus der Stadt, mussten ein paar Kilometer neben der Europastraße fahren (schön ist anders) und kamen gut voran trotz des weiterhin strammen Gegenwindes. Kurz vor Karlshamn dann wieder man Wegechaos.

Der Radweg war zu Ende, auf die Europastraße durften wir nicht – also mussten wir improvisieren. Einfach durch die Stadt. Das hatte einen positiven Nebeneffekt: wir bekamen ein tolles Mittagessen – jeder von uns konnte selbst am Buffet wählen – und wenn er wollte gleich mehrmals. Dass uns kurz vor der Stadt noch ein Schauer erwischte ist maximal eine Randnotiz. Weiter gegen den Wind. Das Wetter wurde besser, die Sonne ließ sich sehen und bei Norje wurden wir zu Zaungästen bei „Schwedenrock“. Für mehr war keine Zeit, unterwegs ein schnelles Eis und einen Kaffee und weiter. Kurz vor dem Ziel dann ein Schreck: gesperrt – militärisches Gelände. Willi schaute sich die Hinweise an „erst am Montag wird wieder geschossen“ – also durch. Ein paar Minuten später waren wir da. Kleine Bungalows direkt am Strand. „Wer mit wem?“ war schnell geklärt – aber in den schön eingerichteten Hütten fehlten Bettwäsche und Handtücher. Aber auch das ließ sich schnell klären und so stand dem Abendessen mit Blick auf die Ostsee nichts mehr im Wege.

Und jetzt freuen wir uns auf eine Vorspeisenvariation aus Ahus und danach auf einen schönen Hirsch. Zum Dessert gibt es Eis aus der Region und frische Erdbeeren. Echt lecker.

132,1 Kilometer, 805 Höhenmeter, 7.09 Stunden auf dem Rad, 18,47 km im Durchschnitt, 48.24 km Höchstgeschwindigkeit, Höchster Punkt: 46 Meter, 3.123 verbrauchte Kalorien