11. Juni 2015
von Thomas Will
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Wieder einmal: Fähren haben ihre eigenen Gesetze

30. Tag,  Donnerstag, 11. Juni 2015  – Tanger (Med) – Genua  (Auf See)

11. Juni SchaltungEs ist irgendwann so gegen Mitternacht (europäische Zeit). Jochen (B. aus G.) und wir wundern uns, warum er 23 € für sein Abendessen „draufzahlen“ musste. Wir merken schnell, dass man vergessen hat seinen Voucher einzubuchen. Also macht er sich auf den Weg zur Rezeption, wir halten sein Essen in der Mikrowelle warm – und als er zurückkommt hat er zwei Nachrichten: zurückbuchen geht nicht, aber er kann das Abendessen am Freitag „nachholen“ (gut) – und: die Fähre legt in Genua nicht am Freitag gegen 23 Uhr, sondern am Samstag gegen 7 Uhr an. Wir verstehen das nicht. Auf allen Fahrplänen war eine andere Ankunftszeit verzeichnet. Kurt und Rudi, die in Barcelona rauswollen fangen an zu rechnen, ob das auch für sie Auswirkungen hat. Hat es. Die Fähre legt dort am Freitag nicht um 4 Uhr früh, sondern erst gegen 7 Uhr an. Also wieder zur Rezeption – klappt das mit dem Flieger? „Ja“ – aber einfach aussteigen geht nicht. Es muss ein Formular ausgefüllt werden, dazu benötigt man die beiden persönlich, inclusive ihrer Reisepässe. Wir holen sie aus dem Bett. Formulare werden  ausgefüllt – jetzt dürfen die beiden legal von Bord. Jetzt noch ein „Absacker“ in der Bar. Nach dem „zweiten“ die scheinbar geniale Idee: warum gehen nicht auch wir am Freitag um 7 Uhr mit von Bord, fahren über Lyon (setzen Lysiane ab) und sind am Samstagnachmittag zu Hause. Zwischen Genie und Wahnsinn liegt meistens die Realität. Noch beim Frühstück sind wir von der Idee begeistert. An der Rezeption (man kennt uns dort schon) will man uns helfen. Ohne Auto: kein Problem. Mit Auto: eventuell lösbar. Das hängt davon ab, welche Fahrzeuge auf dem Cardeck vor uns stehen. Zwei Mitarbeiter machen sich auf den Weg. Nach wenigen Minuten die ernüchternde Nachricht: Sorry, es geht nicht – sechzig Fahrzeuge (die nach Genua wollen) versperren uns den Weg. Also gut. Wir arrangieren uns. Das Hotel für die Nacht in Genua muss abgesagt werden. Dafür entschädigen wir uns heute Abend im „A la Carte Restaurant“ – und verzichten auf „Selfservice“. Für Kurt wäre das auch schwierig geworden, er hat seinen Voucher beim Frühstück auf dem Tablett liegen lassen. Fährtage haben bei den Euroradlern immer eine besondere Note. Was noch? Die Zimmeraufteilung hat die erste Nacht überstanden (9 Personen, darunter ein Ehepaar, zwei alleinreise Frauen und fünf Männer) – die Toiletten auf der Fähre haben ein „Absaugproblem“ – und wir wissen, dass das nächste Bett in dem wir schlafen das eigene sein wird (hoffentlich).

0 Kilometer, 0 km Durchschnitt, 0 km im Maximum, 0 Stunden,  0 Höhenmeter, 0 Meter am höchsten Punkt,  ? Kalorien

 

 

10. Juni 2015
von Thomas Will
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Im Sprint nach Tanger

29. Tag,  Mittwoch, 10. Juni 2015  -Larache – Tanger (Med)

10. Juni Auf der StraßeRudi hat es geschafft. 3.007 Kilometer ist er gefahren. Als einziger von uns hat er alle Etappen von Anfang bis Ende durchgestanden. Weder Wind noch Wetter, weder Magen und Darm noch Berge und Hitze konnten dem „alten“ Haudegen aus Meerfelde etwas anhaben. Glückwunsch. Aber auch die anderen sind froh, dass die Räder jetzt sicher verstaut im Anhänger sind und wir (hoffentlich ruhig) auf dem Mittelmeer Richtung Genua schippern. Los ging es heute schon kurz vor 6 Uhr. Packgeräusche, der ein oder andere Wecker und pünktlich um 6.30 Uhr saßen wir beim Frühstück. Die Räder mussten über die steilen Riadtreppen getragen werden und dann machte sich die Truppe auf den Weg. Lysiane und ich fuhren mit dem Bus, nahmen unterwegs Harald auf und waren gegen 11 Uhr in Tanger. Ein wenig umpacken und die ersten Räder verstauen, wie aber die Pedalen lösen. Ein Anruf in Gustavsburg –Nico erteilte Harald per Handy Weisung – und schon klappte es. Mittagspause mit den Radlern, die nach über 100 Kilometern schon um 12.30 Uhr am ausgemachten Treffpunkt „Mövenpick Hotel“ waren. Tolle Leistung. Dafür Penne mit Pesto –und weiter ging es.  Stephan, Jörg, Joachim, Alf und Harald verabschiedeten sich – bei Lysiane floss ein Tränchen – und weiter ging es. Pünktlich zur Kaffeezeit waren wir an der „Villa Marina“. Jetzt den großen Hänger laden, Gerhard hatte sein Gepäck statt auf der Rückbank im Hänger – also umräumen, denn drei Tage in getragenen Radklamotten, das halten wir nicht aus. Hänger anhängen – und los zum Hafen. Schock am Abend: wo ist die Zulassung für unseren Bus –nicht da – aber wo? Wir suchen. Ich rufe Herbert an. Er hat sie. Wir in Tanger, die Papiere für unser Auto in Ginsheim. Trotzdem schaffen wir es. Am Zoll kommen wir gut vorbei. Dann müssen wir raus. Der Vivaro wird (zum ersten Mal) geröntgt. Er übersteht nach den Straßen in Marokko auch dies. Jetzt warten wir an der Fähre. Bis zur Abfahrt haben wir noch vier Stunden. Die Nervosität des Vormittags legt sich langsam.

122,8 Kilometer, 20,3 km Durchschnitt, 57,7 km im Maximum, 6.02 Stunden,  1.055 Höhenmeter, 217 Meter am höchsten Punkt,  ? Kalorien

 

9. Juni 2015
von Thomas Will
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So einen Tag kann man nicht planen

28. Tag,  Dienstag, 09. Juni 2015  – Rabat – Larache

9.6. Larche 12.732,6 Kilometer – und jetzt hat es auch mich erwischt. Was sich seit Tagen abzeichnet ist auch mit Imodium nicht in den Griff zu bekommen. Mein Magen-Darm-Trakt macht mir in Rabat einen Strich durch die Rechnung der beiden Abschlusstage. Es ist ein neues Gefühl, die Kollegen auf das Rad steigen zu sehen und dann den Bus nehmen zu müssen. Joachim (Erkältung) geht es ebenso und so hat Lysiane jetzt zwei  Begleiter. Wir fahren eine Stunde nach der Radgruppe los. 40, 50, 60 Kilometer, eigentlich müssten wir sie jetzt treffen. Da wir (Bus) aber auf der N1 unterwegs sind und die Radler auf der Landstraße parallel zur Autobahn geht das natürlich nicht. Wir (Bus) verlassen die N1 und machen uns auf 20 Kilometer Piste gefasst. Ab und an ein Asphaltbrocken, ansonsten Steine und Sand. Lysiane macht das perfekt. Unserer Radgruppe geht es nicht besser. Die Landstraße (parallel zur Autobahn Rabat – Tanger) wird neu gebaut und so kommen sie auf vielen Kilometern in unwegsames Gelände.  Staub, Schlamm, Treibsand, es wird immer schlechter. Alf ist genervt und nimmt auf den weiteren 60 Kilometern den Standstreifen der Autobahn. Was sachlich durchaus eine mögliche Variante sein kann, geht gruppendynamisch so natürlich nicht. Da wird es beim Abendessen noch mal ein Gespräch geben müssen. Alf ist um 16.15 Uhr – nach 162 Kilometern – schon im Riad.

9.6. Larche 2 Dort werden wir sehr familiär empfangen. Der Charme des zwar in die Jahre gekommenen Hauses spricht für sich – das ist aber schon alles, die sieben gebuchten Doppelzimmer mit (jeweils) eigenem Bad gibt es so nicht. Wir versuchen uns zu arrangieren – Stephan und Jörg haben aber die Sch…. voll und machen sich auf die Suche nach einer Alternative. Eigentlich schade, dass Marokko sich mit dieser Bleibe von uns verabschiedet. (Wieder) einmal stimmen die Angaben von „Lonely Planet“  und Booking.com nicht. Außer mit der Angabe zum Blick von der Dachterasse.

175,2 Kilometer, 20,0 km Durchschnitt, 45,6 km im Maximum, 8.43 Stunden,  598 Höhenmeter, 78 Meter am höchsten Punkt,  ? Kalorien