12. Juni 2009
von Thomas Will
Kommentare deaktiviert für Tag 24 – Zurück aus Neptuns Dunkelheit

Tag 24 – Zurück aus Neptuns Dunkelheit


Nein – richtig dunkel war es in den Tagen nördlich des Polarkreises wirklich
nicht. Die Euroradler mussten die Nacht nicht wirklich zum Tag machen – Tag war es immer. Jetzt sind sie aber zurück aus den Gefilden des Polarkreises. Am Freitag – pünktlich um 9.30 Uhr war es soweit. Die MS „Lofoten“ überquerte den Polarkreis in Richtung Süden – und ohne eine kräftige Taufe kamen auch die Euroradler nicht über die Grenze. Das herrliche Wetter, strahlender Sonnenschein und sommerliche Temperaturen, machten die Taufe mit Eiswasser aber zu einem herrlichen Spaß. Was auffiel: kein Euroradler hatte südlich des Polarkreises das gleiche T-Shirt an wir nördlich.

Nach diesem feucht-fröhlichen Start in den Tag wartete ein weiteres Naturschauspiel vor der mittelnorwegischen Küste auf uns. Ungezählte Inseln und Felsformationen, unterbrochen von zwei „Landgängen“ und dem traditionellen Mittagslunch. Vor dem Dinner gab es dann noch einen „Extragang“ – keinen Gruß aus der Küche, sondern einen musikalischen Gruß von Jochen – der hatte im Salon der „Lofoten“ ein E-Piano ausgemacht und zauberte, trotz der unter uns tuckernden Dieselmotoren, einen seiner bekannten musikalischen Genüsse – garantiert ohne zusätzliche Kalorien – die sollten erst später folgen und rundeten einen weiteren gelungenen Tag auf unserer „Heimreise“ ab, die am Samstag einen weiteren Höhepunkt erleben wird.
Radfahren ist einfach Meer – mehr.

11. Juni 2009
von Thomas Will
Kommentare deaktiviert für Tag 23 – Sommer nördlich des Polarkreises

Tag 23 – Sommer nördlich des Polarkreises

Mit jeder Seemeile, die die Euroradler der Mainspitze näher kommen wird es wärmer. Die Sonne, die ihnen seit dem Nordkap lacht, begleitet sie auch auf der Hurtigrute nach Süden. Wieder einmal begann der Tag sehr früh. Einige von uns besuchten um Mitternacht in Tromsö ein Kirchenkonzert mit norwegischen Melodien. Ein Pubbesuch schloss sich an und so kam mancher Radler (etwas verspätet) und dazu noch ungeduscht zum Frühstück. Schnell war die Müdigkeit aber verflogen, denn ein weiterer Tag mit landschaftlichen Höhepunkten sollte folgen. Auf der Route ging es südwärts in Richtung der Lofoten – der Inselgruppe, die unserem Schiff seinen Namen gegeben hat. Absoluter Höhepunkt: die Einfahrt in den Trollfjord – links und rechts die steilen Felsen, im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel, ein Schauspiel ohne gleichen. Umrahmt wurde auch dieser Tag von drei „Landgängen“, einem köstlichen Mittagsmenue und vielen unvergesslichen Eindrücken. Mit jedem neuen Hafen registrieren wir: die Vegetation macht die Landschaft menschlicher, trotz Schnee und Eis auf den Bergen wird es Sommer. Die Jacke weicht dem Pullover, der Pullover dem T-Shirt – und dabei sind wir noch immer nördlich des Polarkreises. Morgen – kurz vor 10 Uhr überqueren wir ihn nach Süden – und freuen uns auf einen weitern Tag vor der norwegischen Küste.

10. Juni 2009
von Thomas Will
Kommentare deaktiviert für Tag 22 – Berge und Meer

Tag 22 – Berge und Meer

Die Euroradler sind auf der Rückreise. Diese sechs Worte beschreiben die aktuelle Situation jedoch nur für Stephan, Joachim („Joschi“), Harald und Jörg zutreffend. Die stiegen nämlich in Honningsvag in ein Flugzeug, das sie mit mehreren Zwischenstopps zurück nach Frankfurt brachte. Die Rückreise der großen Gruppe ist jedoch ein fast „eigener“ Urlaub, denn ab Honningsvag geht es mit der Hurtigrute zurück nach Süden. „Da unten ist der Tunnel, durch den wir vor wenigen Tagen noch fahren mussten“ – vergessen sind die Strapazen und Ängste vom vergangenen Sonntag. Wir sitzen um 7 Uhr beim Frühstück und denken an diese Tage zurück. Der Himmel über dem Meer ist strahlend blau, die norwegischen Berge schimmern weiß in der Sonne, der Start unserer Seereise kann nicht besser sein. Der erste Landgang wartet in Hammerfest. Wir werden dramatisch an die Geschichte unseres Landes erinnert. Verbrannte Erde im Herbst und Winter 1944. Wie können sich Menschen Menschen so etwas antun?

Mit bedrückenden Gedanken, aber auch mit Respekt für die Wiederaufbauleistung der norwegischen Bevölkerung gehen wir zurück an Bord. Die Zeit zwischen Mittagsbuffet und Dinner verbringen wir „entspannt“. Lesen, zeichnen, reden, dösen, entspannen sind angesagt. „Einfach mal nichts machen“ – noch kribbelt es nicht. Unsere Fahrräder sind uns einen Tag voraus – ob sie uns vermissen.