15. Juni 2009
von Thomas Will
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Tag 27 – Lieber Rad fahren statt fliegen

Die Tage der Euroradler beginnen früh. Der Montag begann sehr früh. Um 1.34 Uhr klingelte mein Handy. Am anderen Ende der Leitung war Bernd. Eigentlich sollten er, Nico und Gabriele schon lange zu Hause sein. Ihr Flugzeug von Bergen über Oslo sollte gegen 21.00 Uhr in Frankfurt landen. Dass dies nicht eintraf, dazwischen lagen nur knapp fünfzig (Höhen)meter und eine ganze Menge Aufregung, Angst und Hoffnung. Die Unwetter im Rhein-Main-Gebiet verhinderten die Landung. Schon über der Rollbahn zog der Pilot die Maschine wieder hoch. An eine Landung war nicht zu denken. Woran die drei Euroradler dachten, ist nicht bis nach Norwegen übermittelt, aber der Stressfaktor muss in diesen Minuten (wenn auch unterschiedlich) erheblich angestiegen sein. Dafür klappte dann aber die Landung in Stuttgart – und eine freundliche Stewardess bemühte sich (zumindest um einen unserer Radler) ganz besonders. Was aber jetzt tun? Mit der nächsten Maschine nach Frankfurt? Für diese Variante entschied sich nur Gabriele (und da sage noch einer, dass Frauen nicht mutig sind). Unsere zwei Radler zogen die sichere Bahnvariante vor. Am Stuttgarter Hauptbahnhof noch schnell ein wenig (flüssigen) Reiseproviant (auch zur Beruhigung) besorgen und ab in den Zug nach Mainz. Was wären die Euroradler ohne ihre Frauen. Auch die kann nichts erschüttern. Nicht einmal ein nächtlicher Anruf um als „Privattaxi“ vom Hauptbahnhof Mainz nach Gustavsburg und Bischofsheim auszuhelfen. In Norwegen setzten die Radler ihre Rückreise fort, erreichten um die Mittagszeit Oslo, nahmen Karl-Georg, Marga und Klaus-Jürgen an Bord des „Arena“ um gemeinsam an Bord der „Color-Line“ zu fahren. Richtig – für ein paar Minuten waren wir zu zehnt in unserem treuen Minibus – und kamen Dank Gerhard natürlich ebenso sicher auf das Parkdeck des großen Schiffes. Um 14 Uhr ging es pünktlich los in Richtung Kiel. Auch jetzt lacht(e) wieder die Abendsonne über der Nordsee. Sicher waren sich die Radler beim abschließenden Abendbuffet, dass ein Tag an Bord eines so großen „Pottes“ sicher etwas beeindruckendes hat, nur mit ursprünglichem Schiffsreisen, wie auf der MS „Lofoten“ überhaupt nichts mehr. Na ja, viel wichtiger ist ja auch die Frage, ob es uns am Dienstag gelingt die Sonne mit in den Kreis Groß -Gerau zu bringen?

14. Juni 2009
von Thomas Will
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Tag 26 – Von der Nordsee zur Ägäis

Seit Stunden lacht die Sonne durch das Bullauge der MS „Lofoten“. Das letzte Frühstück an Bord lockt und kurz nach 7 Uhr sind Marga, Karl-Georg und Dietrich bereits im Speisesaal. Nach und nach kommen die anderen Euroradler hinzu. So etwas wie Abschiedsstimmung macht sich breit. Heute Nachmittag gehen wir auseinander. Nico, Gabriele und Bernd fliegen via Oslo nach Frankfurt. Jochen und Erika bleiben noch zwei Tage in der alten Hansestadt. Karl-Georg, Marga und Klaus-Jürgen fahren mit dem Nachtzug nach Oslo und der „Rest“ macht sich mit unserem „Arena“ auf den Weg durch Südnorwegen. Morgen gegen Mittag treffen wir Karl-Georg, Marga und Klaus-Jürgen wieder und dan geht es gemeinsam auf die letzte Seereise der Tour (von Oslo nach Kiel). Langsam beginnen die Gedanken an die kommende Woche. „Wann werdet ihr am Dienstag zu Hause sein?“ will Nico wissen um beim Ausladen der Fahrräder helfen zu können. „Haben wir eigentlich in der kommenden Woche eine Ausrolltour?“ – Nein – erst wieder Montag (21. Juni). Dann werden die Geschichten der 28 Tage in Skandinavien mit jedem Kilometer wieder lebendig. Lebendig wird dann auch die Vorfreude auf die Tour 2011 – dann wollen die Euroradler weitere Länder erkunden, die ihr Fahrrad noch nicht gesehen hat: Slowenien, Kroatien, Serbien, Montenegro, Mazedonien und Griechenland – bis „hinunter“ zur Ägäis. Aber noch ist es nicht soweit.
Die Hurtigruten hielten Wort, legten pünktlich um 14.30 Uhr in Bergen an. Und dann gingen wir auseinander. Aber auch das haben wir geschafft. Die „restlichen“ Euroradler – mit allen Fahrrädern – sind um 21.30 Uhr in Gol angekommen. 300 Kilometer durch Südnorwegen – Gletscherlandschaft und Naturschönheiten ohne Ende – da muss man einfach wiederkommen. Und am Dienstag geht es weiter nach Oslo.

13. Juni 2009
von Thomas Will
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Tag 25 – Trondheim (im Regen) – Nordsee (in der Sonne)

Es regnet. Der erste Tag an Bord der MS „Lofoten“ der uns Euroradler nicht nur mit Wasser (von unten) empfängt. Trotzdem müssen/wollen wir früh „raus“; bis auf Jochen (Karl Friedrich). Der schenkt sich den Ausflug. Unser Schiff liegt in Trondheim und für 7.55 Uhr ist eine Stadtrundfahrt geplant. Wir besichtigen den Nidarosdom, ein Weltkulturerbe und bekommen einen Einblick in die mittelalterliche Geschichte Norwegens. Wir Radler sind schon froh, dass wir heute nicht auf unsere Fahrräder müssen, als wir hören, dass in der kommenden Woche die Fernradfahrt von Trondheim nach Oslo stattfindet. Zurück auf unserem Schiff geht es weiter südwärts. Der Himmel lockert auf – Zeit zum lesen und für Gespräche. Die ersten Eindrücke der Seereise werden verarbeitet. Die MS „Lofoten“ hat ihren ganz eigenen Charme. Das älteste Schiff im Dienst der Hurtigrute – mit Bullaugen statt Panoramafenster und einer Kabinengröße von (gefühlten) 5 qm (einschließlich „Nasszelle“) war für einige von uns gewöhnungsbedürftig. Na ja, an ein Straflager hat nicht nur der Euroradler (am Nachbartisch) gedacht, aber jetzt – am letzten Tag – wird und klar, dass es solche Schiffe nicht mehr lange geben wird. Damit geht ein Stück (Seefahrt)kultur wohl für immer verloren. Karl-Georg zieht sich zurück und skizziert unseren Dank ins Gästeboot der „Lofoten“. Noch ein kurzer Landgang am Nachmittag – die Sonne hat längst die Oberhand gewonnen – und dann geht es weiter Richtung Bergen. Unsere Fahrräder sind schon dort – hoffentlich.