Deckmantel aus der Satteltasche

24.Tag, Donnerstag, 8. Juni 2017 – Karlskrona – Ahus

Joachim sah sich wohl gedanklich schon im Zug von Karlskrona nach Karlshamn, denn als er am frühen Donnerstag zu seinem Fahrrad kam war es schon klar zu erkennen: mit diesem Deckmantel geht (fast) nichts mehr. Und doch versuchte die Monteursabteilung ihr Bestes. Aber es half nichts. Wir sprachen schon über den möglichen Treffpunkt zur Mittagszeit, da fiel es Stephan ein: Conny hat doch noch einen Deckmantel in der Satteltasche. Jetzt war nur noch die Frage: „in welcher?“ Auspacken – alles das, was eine Stunde zuvor fein säuberlich eingepackt wurde landete auf den Armen der Euroradler, denn wie sollte es anders sein: die Decke war ganz unten. Zehn Minuten später rollten wir los. Um es vorweg zu nehmen: der Mantel hielt – und auch die Felge von Klaus. Technisch gab es heute keine Probleme mehr. Wir kamen gut aus der Stadt, mussten ein paar Kilometer neben der Europastraße fahren (schön ist anders) und kamen gut voran trotz des weiterhin strammen Gegenwindes. Kurz vor Karlshamn dann wieder man Wegechaos.

Der Radweg war zu Ende, auf die Europastraße durften wir nicht – also mussten wir improvisieren. Einfach durch die Stadt. Das hatte einen positiven Nebeneffekt: wir bekamen ein tolles Mittagessen – jeder von uns konnte selbst am Buffet wählen – und wenn er wollte gleich mehrmals. Dass uns kurz vor der Stadt noch ein Schauer erwischte ist maximal eine Randnotiz. Weiter gegen den Wind. Das Wetter wurde besser, die Sonne ließ sich sehen und bei Norje wurden wir zu Zaungästen bei „Schwedenrock“. Für mehr war keine Zeit, unterwegs ein schnelles Eis und einen Kaffee und weiter. Kurz vor dem Ziel dann ein Schreck: gesperrt – militärisches Gelände. Willi schaute sich die Hinweise an „erst am Montag wird wieder geschossen“ – also durch. Ein paar Minuten später waren wir da. Kleine Bungalows direkt am Strand. „Wer mit wem?“ war schnell geklärt – aber in den schön eingerichteten Hütten fehlten Bettwäsche und Handtücher. Aber auch das ließ sich schnell klären und so stand dem Abendessen mit Blick auf die Ostsee nichts mehr im Wege.

Und jetzt freuen wir uns auf eine Vorspeisenvariation aus Ahus und danach auf einen schönen Hirsch. Zum Dessert gibt es Eis aus der Region und frische Erdbeeren. Echt lecker.

132,1 Kilometer, 805 Höhenmeter, 7.09 Stunden auf dem Rad, 18,47 km im Durchschnitt, 48.24 km Höchstgeschwindigkeit, Höchster Punkt: 46 Meter, 3.123 verbrauchte Kalorien

Ein Kommentar

  1. Heute (9.6.) ist Eure letzte Radetappe. Respekt und Glückwünsche für die Leistung an alle Mitfahrer.
    Ich wünsche Euch eine gute Rückfahrt (mit welchem verkehrsmittel auch immer) in die Heimat.
    Vielen herzlichen Dank an Thomas für die abendliche Berichterstattung an die Fans und Angehörigen. Das zu lesen war wie immer ein besonderes Vergnügen.
    Viele Grüße