Tag 22 – Abschied in der Tiefgarage – Regen vor Olympia

Klaus „Maria“ konnte fahren – mit dem Fahrrad. Zwar fand sich Gerhards Schlüssel trotz intensiver Suche nicht, auch wusste man in Patras mit dem Begriff einer „Knollepetz“ nichts anzufangen, doch ein ganz normaler Trennschleifer tat es auch – und schon hatte das Fahrradschloss seine Sicherungsfunktion aufgegeben. Vierzehn Radler(innen) waren wir noch auf dem Weg nach Olympia. Zuvor hieß es Abschied nehmen von Helga, Marga, Karl und Nico. Sie machten sich am Nachmittag mit der Fähre zurück auf den Weg nach Ancona. Natürlich gab ich ihnen einen kleinen Tipp, wo es 2013 hingehen soll – traditionell wird dies aber immer erst am letzten Radlerabend bekannt gegeben – und bis dahin sind es ja noch fünf Tage. Mit Stadtplan und Navi sollte es eigentlich kein Problem sein, Patras zu verlassen – wenn man aber einen freundlichen Mofafahrer trifft, der einem die Schleichwege zeigt, dann geht das noch schneller. Am Himmel strahlten sieben Sonnen. Gleich der erste Anstieg, hinauf auf 254 Meter – aus der Hafensenke heraus. Und genau da das bekannte Geräusch: das Handy klingelte. Das Büro – in der Bertha-von-Suttner-Schule hatte es gebrannt und die Schulleitung braucht dringend einen Termin. Aber auch das klappt. Handy weg – weiter bergauf. Und wieder bimmelt es. Ulrike ist dran – ein paar aktuelle Infos aus unserer Heimatgemeinde – viele Grüße der neuen Bürgermeisterin und weiter geht es. Wasserflaschen nachfüllen. Noch immer strahlt ein blauer Himmel über der Peloponnes. Mittagsrast in Panopoulos, schon auf Höhe 600. Das kleine Restaurant bietet uns zwar Platz an, aber einen Mittagstisch können sie nicht servieren. „Ob wir im Supermarkt einkaufen dürfen – und bei ihnen essen?“ – „Aber natürlich!“ Und so kaufen wir ein: Brot, Tomaten, Gurken, Ölsardinen, Wurst, Käse, Joghurt, Bananen, Birnen – holen unsere Taschenmesser heraus und stärken uns. Besonders nett: man hat uns sogar noch Tischdecken ausgelegt. Mit einem freundlichen Gruß und einem Trinkgeld verabschieden wir uns – und jetzt ist der Himmel auf einmal nicht mehr freundlich. Die ersten Regenspritzer liefern sich mit den Schweißperlen auf unserer Haut einen Wettkampf, den später der Regen aber eindeutig gewinnen sollte. Thomas (Johann) hat seinen ersten Platten, wir kommen zum höchsten Punkt des Tages (780 Meter) und es beginnt zu schütten. Wir stellen uns unter – Gewitter – eine halbe Stunde – es wird nicht merklich besser. Wir legen (schwere) Regenkleidung an und fahren weiter: noch 25 Kilometer – fast nur bergab. Wir sind nass bis auf die Haut – „Wie in Finnland“ ruft mit Stephan beim überholen zu. Jochen F. kennt den Wetterbericht von Freitag – und dann soll es wirklich trocken bleiben. Wir kommen nach Olympia. Die Straße existiert nicht mehr, einfach eingebrochen. Ein kleiner Fußweg gibt uns mit den Rädern die Möglichkeit, vorbeizukommen. Wir sind da. Joachim wartet auf die zweite Hälfte unserer Gruppe und dann ein fragender Blick nach unserem Hotel. „Europa“, einfach den Berg hoch. Also noch einmal hundert Höhenmeter. Auch das schaffen wir noch. „Dietrich ist platt“ – nein, natürlich nicht unser grüner Freund, der heute nur mit leichtestem Gepäck fährt, sondern sein Hinterrad. Die letzten Meter muss er schieben. Im Hotel ein freundlicher Empfang. Sofort bekomme ich ein Handtuch. Karsten und Gerhard sind natürlich schon da. Gerhard macht sich als „Wäscheeinsammler“ nützlich. Schön, dass wir auch hier unsere Shirts gewaschen bekommen – auf unserer Fahrt sind sie immer ein Hingucker, vor drei Wochen noch ungläubig – „das wollt ihr wirklich fahren?“ heute immer noch ungläubig „das seid ihr alles schon gefahren?“. So reagiert auch ein junges Pärchen aus Nürnberg, das uns kurz vor dem Hotel freundlich grüßt, und ebenso ein Ehepaar aus Mannheim, das in unserem Hotel zu Gast ist.

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