26. Mai 2009
von euroadmin
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Zwischenbilanz – auf See

Voller Sehnsucht nach den Fjorden
und mit Sonne im Gepäck
zogen wir hinauf nach Norden –
früh um sechse war´n wir weg.

Bald schon waren überwunden
Taunus und auch Westerwald.
Dann – nach weiteren 4 Stunden –
blitzt es plötzlich – und es knallt!

Doch es gibt für uns kein Halten,
denn das Tagesziel ist nah.
Letzter Anstieg – kurz mal schalten,
und dann sind wir auch schon da.

Von der Lahn bis an die Leine
gibt es manchen steilen Pfad.
Dank sei Thomas, dass er keine
Steigung ausgelassen hat.

Schließlich rollt man durch die Heide,
völlig locker und entspannt.
Keine Berge – pure Freude,
blauer Himmel, grünes Land.

Kaffeepause wird verschoben,
nur, damit uns nichts entgeht:
Wolfsburg vorne, Mainz ganz oben!
Wir sind immer up-to-date!

Wieder geht es auf die Piste
mit dem Wind, der günstig steht,
bis hinauf an Deutschlands Küste,
wo es nicht mehr weiter geht …

Doch des Euroradlers Ehre
akzeptiert die Grenzen nicht,
denn es gibt ja eine Fähre,
die hier in die Ostsee sticht.

Also kann man weiter rollen,
wie der Wind auch immer dreht,
zu den Elchen, zu den Trollen –
bis es nicht mehr weiter geht.

25. Mai 2009
von Thomas Will
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Tag 6 – Abschied, Ankunft und ein Kilometer Busfahrt

Es ist frisch an diesem Montag in der Früh, der Morgennebel steht noch über der Elbe, als wir uns zur letzten Etappe in Deutschland aufmachen. Aber zuerst einmal heißt es Abschied nehmen. Josef und Gerhard verlassen uns in dieser frühen Morgenstunde Richtung Lüneburg und wollen in fünf Tagen wieder Bischofsheim erreicht haben.
Wir überqueren die Elbe, finden den Radweg nicht gleich, rasten kurz in Friedrichsruh und radeln durch die Holsteinische Schweiz. Ein Kopfsteinpflasterweg im Naturschutzgebiet nötigt Karl-Georg ein verbales Kopfschütteln ab und um die Mittagszeit sind wir bereits an der alten Salzstraße. Herzhaft milde Matjes stärken uns bis zum Marktplatz in Lübeck und dort gibt es Kaffee und Kuchen – in der herrlichen Mittagssonne, direkt unter dem Rathaus. Dann ein Anruf: Karsten, Caro, Peter und Harald sind schon in Travemünde. Morgens um 6 Uhr sind sie mit dem „Arena“ in Bischofsheim gestartet und nach Stunden haben sie die Ostseeküste erreicht. Was man mit 60 PS doch alles schaffen kann.
Wir Radler ärgern uns. Von Lübeck nach Travemünde – mit dem Fahrrad – das geht nicht mehr so einfach. Die Brücke gibt es seit zwei Jahren nicht mehr. Nur noch einen Autotunnel – und der ist für Fahrräder verboten. Wir fügen uns (ausnahmsweise) und steigen mit unseren Fahrrädern in den kostenlos verkehrenden Bus. Nach einem Kilometer „spuckt er uns wieder aus“ und der Spuk hat ein Ende. Harald holt uns ab, geleitet uns sicher um Fähranleger und dort erwartet uns schon die Schwester von Jochen B. und Frikadellen, Brot und einen Kümmel.
So gestärkt sagen wir tschüs zu Uwe, Rudi, Bettina, Hans, Giesela, Walter, Heinz-Ludwig; Heiko und Juan – eine knappe Woche radeln mit ihnen geht zu Ende. Jetzt kommt zu dem Abschiedsschmerz der Satz „hätten wir nur“ – weitergemacht. So aber machen sie sich mit ihren Rädern auf die letzten 30 Kilometer zum Hotel in Reinfeld. Noch eine Nacht und dann geht es mit Carmen und Caro zurück nach Bischofsheim.Wir haben Peter und Harald schnell in unser Team integriert. Es ist fast schon so wie nach einer Fußballmeisterschaft. Einige Spieler verlassen den Verein, andere kommen hinzu.
Jetzt heißt es erst einmal warten. Warten bis wir uns für die Fährfahrt anmelden können, warten bis wir auf das Schiff Richtung Helsinki können, warten bis wir unseren Mitternachtsimbiss bekommen.

Höhenmeter 322

24. Mai 2009
von Thomas Will
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Tag 5 – Sprint zum Bundesligaaufstieg

Moskau, Istanbul, Lissabon, Jalta, Dublin, Tallinn, Venedig, Palermo – die Euroradler spielen bereits in der ersten Liga. Mit der Nordkapfahrt 2009 gibt es jetzt das „i“-Tüpfelchen oben drauf. Und dort wo wir Euroradler sind, da wollten am Sonntag natürlich auch die 05er aus Mainz hin. Giesela hatte einen Wunsch – beim Aufstieg der Mainzer dabei zu sein. Im Stadion, das ging nicht – schließlich sind wir in der Lüneburger Heide unterwegs. Über Radio und „Knopf im Ohr“ war auch keine berauschende Idee. Also was tun? Für jedes Problem haben die Euroradler eine Lösung. Am Samstag (spät abends) ein wenig recherchieren und herausfinden wo es eine „Sportsbar“ gibt. Dann berechnen wo man etwa gegen 15 Uhr sein wird (zumindest die zweite Halbzeit sollte es sein) und am Sonntagvormittag telefonieren.
Im „Dorfkrug“ in Winsen an der Luhe ist man über unser Ansinnen nicht erstaunt. Kaffee und Kuchen für alle – telefonisch geordert – und dann ging es in Winsen an der Aller auf die Piste. Gut 95 Kilometer bis „in das andere Winsen“, das sollte bis 15 Uhr zu schaffen sein. Dann aber packte die Euroradler das Aufstiegsfieber. Rasant ging es durch die Heidelandschaft. Ein paar beklemmende Minuten bei den Kilometern vor Bergen-Belsen und schon war die Gruppe im Gast- und Pensionshaus „Zum Naturschutzpark“ in Hörpel. „Suppe für alle“, auch hier ging es schneller als gedacht und dann wurdeein Gedanke Wirklichkeit: schon weit vor 14 Uhr liefen (also fuhren) wir im „Dorfkrug“ ein. Jochen hatte als Besenmann ganze Arbeit geleistet und „hinten keinen rausfallen lassen“ und dann konnten wir bei Kaffee und Kuchen gleich vier Mal jubeln. Ob wir im kommenden Jahr genauso herzlich empfangen werden – schließlich waren wir in einer HSV-Kneipe zu Gast?
Die letzten 13 Kilometer nach Stove waren dann ein einziges Glücksgefühl – wenn auch mit einem leicht bitteren Beigeschmack, denn schließlich ist morgen in Travemünde schon Wechseltag und ein paar Euroradler treten die Rückfahrt nach Hause an.

Höhenmeter 225