28. Mai 2009
von Thomas Will
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Tag 9 – 1.000 Kilometer und die bergige Seenplatte

Die 1000 Kilometer-Marke ist gefallen. Vollkommen unspektakulär, kurz vor der Kaffeepause war es soweit. Die Radler, die in Bischofsheim gestartet sind, haben den ersten Tausender „voll“. Voller schöner Eindrücke war auch der erste Tag, der die Euroradler quer durch die finnische Seenplatte führte. Ein kräftiges Frühstück, mit viel Gemüse, Salat, Müsli, Haferbrei und dunklem Brot –und dann konnte es los gehen. Die Sonne lachte schon seit 6 Uhr in der Früh und so verflogen die ersten Kilometer – auch Dank des gut stehenden Rückenwindes. Bei Pulkkaila dann der erste Fotostopp: Der Damm am südlichen Päijäneesee war Finnland – so wie man es sich im Fotoalbum vorstellt. Die Sonne, die durch das Birkenlaub gebrochen sich im Wasser spiegelt – Herz was willst du mehr. Das Radlerherz natürlich Bananen, und so hieß es in Sysmä erst einmal die Vorräte wieder auffüllen, schließlich gehört schon ein wenig Kraft dazu an zwei Tagen 330 Kilometer zu fahren und dann auch noch fast 2.200 Höhenmeter zu überwinden. Wenn der höchste „Berg“ des Tages gerade einmal 156 Meter misst, aber am Abend 1.100 Höhenmeter auf dem Tacho stehen, dann sagt das schon genug über die Strecke. Weiter ging es am späten Vormittag und den ganzen Nachmittag nach Norden, immer östlich des Päijänne, der sich über mehr als 120 Kilometer erstreckt. Eine kleine Mittagsrast mit Spargelcremsuppe (was sollen Groß-Gerauer auch in Finnland anderes essen) und dann ging es weiter nach Norden. Unvermeidlich die letzten 25 Kilometer auf der E 63. Geschlossene Formation, immer korrekt hintereinander auf dem Seitenstreifen, die Euroradler kamen sicher nach Jyväskylä, wo sie sich jetzt auf das Abendessen und den nächsten Tag freuen – denn der hat nur 140 Kilometer. (Geplant!). Das Buffet verspricht „Spannung“, wie Willi bemerkt und es gibt sogar dazu das passende (finnische) Bier. Da kann man ein Glas mehr trinken, ohne dass man es „merkt“. Mal sehen, ob es Bernd schafft bis zum Nordkap jeden Tag die Sauna zu besuchen. Gestern schaffte er es kurz vor Mitternacht, heute zwischen Ankunft (19.15 Uhr) und Abendessen (20.45 Uhr).

27. Mai 2009
von Thomas Will
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Tag 8 – Der lange Weg aus Helsinki

Das Frühstück auf der Fähre ließ bei uns noch einmal Urlaubsstimmung aufkommen. Noch schien die Morgensonne, doch mit dem Anlegen im neuen Hafen bewölkte es sich an diesem frühen Mittwoch. Mit einigen Problemen schafften wir es die Fahrräder von der Fähre zu bringen. Stephan, Bernd, Jörg, Gabriele, Dietrich und Joachim warteten schon. Schnell waren die Räder bepackt und dann ging es los. Nicht so einfach wie gedacht, die neuen Straßennamen machten das Navigieren nicht gerade leicht, und so dauerte es gut zwei Stunden bis wir die finnische Hauptstadt hinter uns gelassen hatten. Jetzt kam der Regen und Willi hatte einen Platten. Wie schön hätte es sein können, wenn nur ein wenig finnische Sonne bei uns gewesen wäre. So freuten wir uns an einer kräftigen Gemüsesuppe zur späten Mittagszeit – und hatten großes Glück. Auf den kommenden 100 Kilometern hinter der Golfanlage – wo wir gerne zu Gast waren – gab es weder einen Supermarkt, noch eine Tankstelle oder eine andere Einkaufsmöglichkeit. So fiel dann auch unsere Kaffeepause einfach aus und wir radelten unserem Abendquartier entgegen: herrlich gelegen – oberhalb des Sees und zum Abendessen gab es frischen Lachs – aber kein Bier – vielleicht ist das auch gut so, schließlich warten morgen wieder 160 Kilometer auf uns.


Höhenmeter 1.035

26. Mai 2009
von Thomas Will
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Tag 7 – Umplanen auf See

Das geschäftige Treiben im Hafen ließ die Zeit schnell vergehen – und dann bekamen wir den freundlichen Hinweis, dass wir mit den Fahrrädern an Bord fahren können. 9 Personen und 15 Fahrräder – und fahren – nicht laufen – wie kann das gehen? Ganz einfach: zuerst fahren 8 Radler los. Einer bleibt bei den restlichen Fahrrädern. Von den 8, die auf dem Schiff angekommen sind werden sechs mit einem Kleinbus zurück gefahren (zu Fuß gehen ist nämlich nicht erlaubt). Dann kommen die 6 mit den restlichen Rädern (und natürlich mit dem „Wache schiebenden“ restlichen Radler) an Bord. Wir haben diese mathematische Höchstleistung eine Stunde vor Mitternacht ganz alleine vollbracht; ohne Karsten – der war zu der Zeit mit den Rückfahrern schon in Reinfeld – der letzten Nacht vor der Heimreise.
Wir machten uns an Bord der Finnstar schnell mit den neuen Gewohnheiten vertraut. Die Uhr eine Stunde vorstellen – und schon war Mitternacht vorbei und wir voller Vorfreude auf unser Abendessen – oder war es ein erstes Frühstück?
Bis zum „zweiten“ mussten wir uns dann nicht lange Zeit lassen. Ab 9 Uhr (in Deutschland 8 Uhr) konnten wir dann in aller Ruhe (wohl zum letzten Mal für lange Zeit) die skandinavische Küche genießen. Jochen F. hatte es als erster bemerkt: unser Schiff fährt in den neuen Hafen – 15 Kilometer östlich von Helsinki ein. Was zuerst nur ein Gerücht war, entpuppte sich nach einem Gespräch mit dem Zahlmeister als harte Realität. Also umplanen. Bernd anrufen und die Flieger informieren. Mit Stadtplan und Routenplaner den besten Weg auskundschaften (Willi nicht mit in die Sauna begleiten), die Kilometer neu berechnen, den Zeitfaktor einkalkulieren – und hoffen, dass wir auch so nach Tuusla, der ersten Stadt außerhalb von Helsinki kommen, ohne dass wir zuviel Zeit verlieren. Warum sollte auch einmal alles ohne Hindernis gehen