23. Mai 2009
von Thomas Will
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Tag 4 – Präsidentenwahl, Meisterschaft und 121 Kilometer

Den 23. Mai 2009 vergisst ganz Wolfsburg nicht. Auch in Berlin wurde Geschichte geschrieben. Dafür nimmt sich die Leistung der Euroradler an diesem Tag eher bescheiden aus. Die Bergetappen liegen hinter uns, die Fichten- und Tannwälder wurden von Mais-, Kartoffel- und Weizenfeldern abgelöst und die Straßen werden gerader. Nach einem kräftigen Frühstück in Hameln ging es los. Rudi musste eine Extraeinheit einlegen, sein Reifen war platt – quasi über Nacht – ohne Luft. Aber er schaffte es natürlich – wie wir alle. Pünktlich um 8.30 Uhr ging es los. Eine kurze Stadtrundfahrt, den Rattenfänger trafen wir nicht und dann ging es noch einmal nach „oben“. Nicht lange, aber durchaus schweißtreibend. Dann aber war das Weserbergland Geschichte. Ein paar Kilometer unbefestigte Waldwege und schnell waren wir in Neustadt am Rübenberge. Im „Ratskeller“ stärkten wir uns (schnell und gut) und nach einer kleinen (unfreiwilligen) Stadtrundfahrt (man sollte sich doch stärker auf die Karte als auf das Eis konzentrieren) ging es hinunter zur Leine. Unsere ruhige Nachmittagstour wurde nur durch den ein oder anderen „langsamer“ Schrei oder das Bedürfnis einmal anzuhalten – um ihm nachzukommen – unterbrochen. In Wietze lauschten wir in einem Eiscafe der Bundesligaschlusskonferenz, ließen uns Kaffee und Eis – auf Einladung von Rudi – besonders gut schmecken und machten uns auf den Weg zu den letzten Kilometern des Tages. Die gesperrte Brücke über die Aller konnten wir – danke der freundlichen Dame aus Wietze – elegant umgehen und waren schnell in Winsen.

Höhenmeter 301

22. Mai 2009
von Thomas Will
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Tag 3 – Türkisch – italienisches „Pizza, Salat, Nudel – Buffet“

Es gibt Tage, die beeindrucken durch ihre „Randerscheinungen“. Die erste davon war der herzliche Abschied in der Pension „Robitsch“ und die damit verbundenen unfreiwilligen Stopps. Zuerst hatte Hans seine Windweste vergessen, dann erwischte es Jochen mit einem Platten. Wir kamen gut voran, der Wind stand günstig und so konnten wir unserem Hessen nach 20 Kilometern „tschüs“ sagen. 280 Kilometer waren wir durch unser Bundesland gerollt und haben viele neue Eindrücke gewonnen. Mache davon verdienen es vertieft zu werden.
So auch die zweite „Randerscheinung“ – unsere Mittagsrast in Brakel. Wir wollten schnell weiterkommen und so orderten wir in der Pizzeria „Paparazzi“ einfach „18 Portionen Nudeln mit einer kräftigen Soße (egal was) und 18 Apfelschorlen. Dann warteten wir. Nach 10 Minuten kam der Seniorchef und wollte die Bestellungen einzeln aufnehmen. So kamen wir nicht weiter. Ein kurzes direktes Gespräch mit der Küche – machen Sie etwas – egal was – wurde zu einem richtigen Erfolg. Binnen zehn Minuten kamen verschiedene Pizzen, ein paar Salate und ein paar Portionen Nudeln. Jeder bediente sich und binnen 40 Minuten saßen wir wieder auf unseren Rädern. Dass das gesamte Mittagsmenü auch noch unsere Reisekasse schonte war ein gelungener Nebeneffekt. Und weiter ging es. Am Rande des Teuteburger Waldes in das Wesergebirge – bergan und bergab – zur Kaffeerast in der „Windmühle“. Dort ließen wir es uns gut gehen, schließlich hatte Nico dazu eingeladen. Der war zwar noch im fernen Gustavsburg, hatte aber Geburtstag. So umgingen wir auch den einzigen Schauer an diesem Freitag und kamen „trocken“ zum „Schultheiß“ nach Hameln. Schnell waren die Abstellräume ausgeräumt und ein sicherer Platz für unsere Räder gefunden.

Höhenmeter: 1.035

21. Mai 2009
von Thomas Will
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Tag 2 – Unbekanntes Nordhessen – oder: Klaus „Maria“ ist da

„Walter ist weg“ – das hatten wir vor einem Jahr schon einmal. Diesmal sollte es einen Tag später sein – und diesmal hatte er einen Begleiter: Gerhard. Irgendwie haben wir die beiden bei einem Regenschauer an der Eder aus den Augen verloren. Telefonischer Kontakt war nicht möglich, denn die beiden sind unsere einzigen Mitradler ohne Handy. Und auch uns konnten sie (zum Beispiel von einer Telefonzelle aus) nicht erreichen – denn wozu denn die Handyliste mitnehmen, wenn man „eh“ keines hat. Abends in Bad Arolsen trafen wir sie aber natürlich unversehrt wieder und den ganzen Tag waren wir über ihren Verbleib informiert. Beim Feuerwehrfest bei Frankenberg rief man uns zu, dass sie dort gevespert hätten, beim Kaffeestopp in Korbach hatte man sie auch gesehen – es hat schon was, in einheitlichen Trikots zu fahren. Hoffentlich verlieren wir den Heiko nicht mal – denn der fuhr heute nicht in „norwegischer Montur“. Dafür verfügen alle Fahrer jetzt über einheitliche Poloshirts, die frisch gewaschen per Express nach Biedenkopf kamen (Lexxi, Carmen und UPS sei Dank) und uns auch nach dem radeln unverkennbar machen.
Mit einem freundlichen „nehmt doch den Radweg“ wurden wir in Biedenkopf verabschiedet. Nehmt doch ein paar Bananen vom Buffet mit – hier im Berggarten sind Radler wirklich willkommen. Wäsche waschen, trocknen über der Heizung – alles kein Problem. Und so ging es dann durch „unbekanntes Nordhessen“. Eine herrliche Mittelgebirgslandschaft, ideal zum sportlichen radeln, sicher manchmal schweißtreibend, aber immer ein Genuss. Die Mittagsrast in der Ratsschänke in Frankenberg dauerte ein wenig länger, dafür entschädigte der Speckkuchen („unsere oberhessische Pizza“). Juan hatte den ersten Platten der Tour. Aber dieses kleine Problem glich unser Kaffeestopp in Biedenkopf im Cafe „Die Bank“ aus. Das sollten sich Radfahrer merken. Kräftiger Kaffee, tolle Sahnetorten – und alles schont noch das Budget – hier muss man noch mal hin, um es sich in gemütlichen Polstern gut gehen zu lassen.
In der Pension „Robitisch“ wartete schon Klaus „Maria“. Er war an den vergangenen drei Tagen von Eschenbach zu uns geradelt und wird bis zum Schluss dabei bleiben. Jetzt sind wir „18“ bis Travemünde. Das ist vor allem wichtig für unseren Besenmann – den Job hatte heute Jochen übernommen. Es war wie gestern: der „Besen“ hinten, Adi vorne.
Mit dem Zimmer verteilen haben wir nach zwei Tagen schon Routine, auch wenn Klaus „Maria“ unfreiwillig für Verwirrung sorgte. Er hatte das Einzelzimmer vom Bettina und unsere Wirtin meinte trocken „der ist so klein, da kann auch noch eine Frau dazu“. Dazu sollte es aber nicht kommen.

Höhenmeter: 1.041