2. Tag – Allenbach nach Luxembourg
So hoch hinaus kommen wir während der ganzen Tour nicht mehr. Wenige Kilometer nach dem Start standen wir kurz vor dem Erbeskopf, dem höchsten Berg in Rheinland-Pfalz. Die gut 280 Höhenmeter vom Hotel bis zum Abzweig kurz vor dem Gipfel waren gänzlich unproblematisch und so meinten einige von uns: wir machen jetzt noch einen Abstecher zum Gipfel. Warum denn nicht.
Auf der langen Abfahrt holten sie uns wieder ein, und ab Hermeskeil rollten wir auf einer alten Bahntrasse Richtung Saarburg. So macht es einfach Spaß – wenn da nicht zwischendrin nicht immer wieder nachdenklich machende Nachrichten aus der Heimat gekommen wären. 62 Kilometer – 12.45 Uhr – Saarburg. Mittagspause. Schon mal was von einer Brezelpizza gehört? Wir auch nicht. Einfach mal probieren. 14 Pizzen für 19 Personen – passt. Auf der Terrasse treffen wir Menschen aus dem Kreis Groß-Gerau. Sie hatten garantiert am Nachmittag mehr Entspannung als wir. Es waren „nur“ noch 40 Kilometer bis Luxembourg – aber was für welche. Erst einmal ging es aus dem Saartal heraus für die Höhen – 13 bis 14 Prozent Steigung auf den Radwegen. Dazwischen ein Anruf aus unserem Hotel in Paris. Es ging um die finale Menübestellung am Montagabend. Ich gebe das Handy weiter. Jetzt aber. Wieder klingelt das Telefon.
Das Echo fragt nach den Ereignissen im Landratsamt. Wann ist denn eigentlich die Zeit mal ein paar Tage (entspannt) Fahrrad zu fahren. Jetzt geht es bergab, hinunter an die Mosel. Über die Brücke und schon sind wir in Luxembourg. Und jetzt? Wieder müssen wir aus dem Flusstal hinauf. Wer hat denn nur diese Strecke herausgesucht. Die Tour wird länger und länger. In der Stunde schaffen wir nicht viel mehr als zehn Kilometer. Dann sind wir da. Geschafft. Zwei von uns müssen im Nachbarhotel nächtigen. Die Fahrräder werden erst auf der Terrasse „zwischengeparkt“, später dürfen sie im Restaurant nächtigen. Mit dem Kopf bin ich nicht ganz in Luxembourg – immer wieder springen die Gedanken nach Hause. Mal sehen, was die kommenden Tage bringen.
Tagesdaten: 104 Kilometer gefahren, Zeit auf dem Sattel: 6.40 Stunden, Durchschnitt 15,1km, Maximale Geschwindigkeit 58,7km, 1.537 Höhenmeter, höchster Punkt: 781 Meter, Maximale Steigung 14%


Jetzt radeln wir an der Nahe entlang. Sonne, Schatten – Bad Kreuznach, Bad Münster, so kann es weitergehen. Na ja, nach Niedernhausen erst mal ein Anstieg. Gut hundert Meter nach oben. Die ersten Schweißtropfen. Wieder hinunter an die Nahe und weiter bis nach Hochstetten. Gerhard und Gisela sind mit dem Auto gekommen. Auch das hat am ersten Tourtag schon Tradition. Sie laden uns ein. Danke für die Getränke auf der Sonnenterrasse. In Umuts Pizzahaus kommen wir wieder zu Kräften. Auch hier ein dickes Lob. Weiter bis Fischbach. Rechts ab, unter den Gleisen hindurch und hinauf nach Niederwörresbach.
Aber jetzt. Links geht der Radweg weiter. Radweg? 16 Prozent. Sand, Gras, da hat man (also ich) beim schieben Mühe. Aber wir sind oben. Auf 500 Metern rollen wir im Hunsrück Richtung Allenbach. Kurz nach ½ 5 sind wir (schon) da. Jetzt das übliche Programm. Abschnallen, Räder in die Garage, duschen, Vorpacken für Freitag – ein wenig Büroarbeit, ein Hotel schickt Menüvorschläge (auf französisch) und vergisst unsere Vegetarier, ein Hotel will eine Zimmerliste und die Buchung über das Gruppenportal. Ich lese einfach keine Mails mehr. Jetzt geht es zum Abendessen. Wolfgang stößt mit uns auf 30 Jahre Euroradler an. So kann es weiter gehen.