17. Mai 2017
von Thomas Will
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Start mit Hindernissen

2. Tag, Mittwoch, 17. Mai: Fulda/Trätzhof – Hann.-Münden

Es ist Glockenschlag 8 Uhr. Wir stehen vor der kleinen Kirche am Trätzhof und warten – auf Gerhard. Irgendwie hat er zwischen Dusche, Toilette und Handy die Abfahrtszeit verpasst – und das bei fast 140 Kilometern an diesem Tag. Wir wollen los. Aber natürlich warten wir. Nach sechs Minuten hängen die Satteltaschen, es sitzt der Helm und Gerhard auf seinem Fahrrad. Es geht erst einmal bergab ins Fuldatal. Aber nicht lange – und wir warten wieder. Diesmal auf Harald, der hat einen Platten. So wird es dann doch wieder fast halb neun, bevor es richtig losgeht. Die schattigen Radwege im Fuldatal machen Spaß. Rechts der Blick zur Rhön, links zum Vogelsberg und nach 45 Kilometern sind wir in Bad Hersfeld. So langsam holen wir die „verlorene Zeit“ wieder ein. Dann ein Radwegschild nach links, aber eigentlich geht der Weg parallel zur Straße geradeaus. Nun gut, wir folgen dem Schild und werden erst einmal zwei Kilometer nach Oste gelenkt. Wir wollen aber nach Norden. Während ich noch über so viel Radwegeplanung gedanklich den Kopf schüttele macht der Weg eine Schleife nach Westen. So haben wir ein paar Kilometer mehr auf dem Tacho – zugegeben es war ein schöner Weg – und kommen wieder auf unsere Planstrecke. Weiter Richtung Bebra. Diesmal machen wir es richtig, dafür hält uns aber eine Fußgängerbrücke auf. Mittel auf dem „R5“ und dann noch den Schiebepfad für die Räder auf der falschen Seite (für uns). Wir sind in Lispenhausen. Wasser an der Tankstelle. Total nett erzählt man uns von einem Imbiss ein paar hundert Meter weiter. Wir fahren hin. „Für elf Leute mache ich mein Restaurant auf“. Wir sitzen noch keine zehn Minuten und schon kommen der Dönersalat und das Fladenbrot. So schnell – das ist rekordverdächtig. Wir haben Kraft für die Steigung. Für zehn Kilometer gelingt es mir die Truppe zusammenzuhalten. Dann rechts das Schild: 12% – jetzt fährt jeder seine Geschwindigkeit, von Tempo darf man hier nicht reden. Je länger die Steigung, umso größer die Wandergruppe. „Das Schalker Vereinslied erklingt“ – ein untrügliches Zeichen für mein Handy. Alf ist dran.

Er kommt uns entgegen. Bei Waldkappel reffen wir uns. Ziel ist jetzt sein Haus in Laudenbach. Er lädt zu Kaffee und Kuchen ein. Tolle Idee. Wir stärken uns. Petra kommt dazu. Sie war nach einer Familienfeier mit dem Auto nach Hann.-Münden gebracht worden und uns die knapp 40 Kilometer entgegengeradelt. Jetzt zurück. Bis Witzenhausen fast nur begab. Dann entlang der Werra und dann war es geschafft. Zwei Tage weg von zu Hause und an der Nordspitze Hessens. Gut. Auch im Hotel werden wir ungläubig bestaunt. Normal fahren unsere Gäste 40 bis 60 Kilometer und kommen mit dem Auto hier an. Normal – wir sind eben ein wenig anders. Petra ist jetzt bei uns. Alf übrigens nicht. Der fährt mit dem Rad durch Thüringen und Brandenburg bis nach Rügen, setzt dort nach Bornholm über, fährt dort ein paar Tag und kommt dann nach Schweden. Ihn treffen wir in Gotland wieder. In der Tat, normal ist anders. Und fast hätte ich es vergessen: Heinz Ludwig ist auch da. Morgen rollen wir mit 13 Radlern gen Norden. Na gut, die ersten 10 Kilometer geht es bergan. Da heißt es treten.

140,3 Kilometer, 816 Höhenmeter, 7.44 Stunden auf dem Rad, 18,12 km im Durchschnitt, 58,0 km Höchstgeschwindigkeit, Höchster Punkt: 456 Meter, 3.419 verbrauchte Kalorien

16. Mai 2017
von Thomas Will
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Schweiß am (Land)rücken

 1. Tag, Dienstag, 16. Mai: Bischofsheim – Fulda/Trätzhof

Und wieder sind zwei Jahre vorbei. Nach Marokko sollte es nur noch „kleine“ Touren geben – und jetzt nach Schweden. Kurz vor 5 Uhr klingelt der Wecker. Kann ich wirklich fahren? Habe ich mich das nicht auch vor zwei Jahren gefragt. Damals war unser Haus im Hessenring eine einzige Baustelle. Jetzt ist es das Haus von Karsten in der Friedrichstraße. Aber das ist nicht die einzige Baustelle. Schnell zum Briefkasten. Was schreiben die beiden Echos zur Kreisklinik? Der gestrige Montag hat schon Kraft gekostet – aber zum weiteren nachdenken bleibt keine Zeit. Zwei Löffel Müsli, ein schneller Kaffee, Waschbeutel in die Packtaschen und schon stehen die ersten Mitradler am Gartentor. Auch der Hessenring ist eine Baustelle – na ja, auf eine mehr kommt es ja nicht an – und dann (pünktlich um 6 Uhr) ein Pfiff und los geht es. Noch ist es empfindlich kalt an diesem Morgen, die Kilometer addieren sich auf dem Tacho, die Orte „fliegen vorbei“, nach einer Stunde Mörfelden, nach zwei Stunden Dreieich und kurz nach halb 9 frühstücken wir in der Bäckerei Bickert in Rodgau. 48 Kilometer haben wir auf dem Tacho. Freundlich und nett schickt man uns gestärkt wieder auf die Reise. Um 10 Uhr sind wir schon in Bayern. Die Fähre über dem Main: 50 Cent pro Person (mit Fahrrad) – lobenswert. Weiter geht es nach Gelnhausen. Schon um halb 12 sind wir in der Barbarossastadt. Jetzt Käsespätzle und Salat im Gasthof Baurat und weiter die Kinzig entlang. Die morgendliche Frische ist der Mittagshitze gewichen – was für ein Tag. Schnell sind wir in Schlüchtern, aber dann: der Landrücken. Eigentlich kein Berg, eher eine langgezogene Steigung, aber die Sonne, die Hitze und die 120 Kilometer in den Beinen machen die Strecke parallel zur Bundesstraße zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Nichts ist mehr trocken. Die Wasservorräte gehen dem Ende zu – aber gut: in Flieden erwartet uns eine tolle Kaffeetafel. Erdbeerkuchen,

Kaffee – und davor eine Apfelschorle – wir haben wieder Kraft. Unterwegs treffen wir einen Radler auf dem Weg nach Fulda. Er warnt uns vor einer Straßensperrung, führt uns über ein paar Nebenwege zurück um „R3“ und gegen 17.30 Uhr sind wir in der osthessischen Kreisstadt. Für Jochen und Hans heißt es jetzt schon „tschüs“. Sie fahren mit dem Zug zurück nach Bischofsheim: ihre Ausfahrtsgenehmigung war nur ein Tagespass. Wir radeln weiter. Haben noch eine kleine Steigung vor uns und erreichen mit dem Glockengeläut um 18 Uhr den Trätzhof. Marga und Steffi, die Harald und Karl bis Kiel begleiten, fotografieren unsere Ankunft. Zimmerverteilen, Räder in die Garage und ein Bier – oder war die Reihenfolge umgekehrt. Egal, den ersten Tag haben wir geschafft. Ach ja: Tim ist zum ersten Mal bei einer Tour dabei – und wir haben ihn gleich zum Besen gemacht, also dem Radler (in einer gelben Warnweste – mit Elch), der immer am Ende der Gruppe fährt. Tolle Leistung. Nur einmal in Gelnhausen, in der Altstadt, da ließ er seine Schäfchen ein paar Meter alleine; aber dafür gab es einen guten Grund: er wollte nicht absteigen. Jetzt sitzen wir im Trätzhof. Im Biergarten – die Bestellungen sind aufgegeben und die Frage: wann fahren wir morgen früh los beschäftigt die Runde.

158,8 Kilometer, 1.043 Höhenmeter, 9.01 Stunden auf dem Rad, 17,61 km im Durchschnitt, 52,13 km Höchstgeschwindigkeit, Höchster Punkt: 370 Meter, ca. 4.000 verbrauchte Kalorien

 

1. Mai 2017
von Thomas Will
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Finales Roadbook zur Schweden-Tour

Liebe Radlerinnen und Radler,

hier kommt das finale Roadbook (Stand 1. Mai).

 

Die „Gesamtfahrer“, die am Dienstag, 16. Mai starten, können einen Teil ihres Gepäcks (das nur für Schweden benötigt wird) im Hessenring abgeben. Dieses wird dann von der Busgruppe am Sonntag, 21. Mai mit nach Kiel gebracht.

Die „Schwedenfahrer“, die am Sonntag, 21. Mai starten, treffen sich schon am Samstag, 20. Mai um 10 Uhr im Hessenring, um ihre Räder zu verpacken und das Gepäck zu verstauen.

Bis bald und viele Grüße

Thomas