17. Mai 2015
von Thomas Will
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Von Fundstücken, T-Shirts, Regelverstößen und herrlichen Landschaften

5. Tag, Sonntag, 17. Mai 2015 – Salins les Bains – Bellignat

WaschmaschineKurz nach ½ 11 Uhr am Abend in Salins. Wir haben gut gegessen und sollen uns jetzt um unsere Wäsche kümmern, die in der Maschine ihre Runden dreht. Irgendwie dauert es uns zu lange. Was tun? Den Waschgang abbrechen. Mit Dietrichs „guten“ Ratschlägen und Jochens Französischkenntnissen schaffen wir es. „Aber die ist ja noch klitschnass“ – also wieder in die Maschine und schleudern. Jetzt hat man im Restaurant Mitleid. Wir sollen schlafen gehen – um den Trockner kümmert man sich. So war es dann auch. Am Sonntag konnten wir wie gewohnt um 8.30 Uhr aufbrechen. Gleich mal 300 Meter nach oben – damit das Frühstück verdaut ist. Das Wetter meinte es gut, die Mittelgebirgslandschaft gab herrliche Ausblicke frei und so radelten wir bis nach Patornay.

Sonntag auf TourMittagspause war angesagt, und jetzt ging nichts mehr an einer Pizza vorbei. Roland orderte zehn Pizzen für 15 Radler und wir ließen sie uns schmecken. Da eine Pizza aus acht Teilen bestand, gab es für jeden von uns 5 Stück und für Hungrige noch einen Nachschlag. Wieder ging es nach oben. Kaum Verkehr auf den Straßen und so freuten wir uns schnell auf den Nachmittagskaffee. Idyllisch am See – ein Plätzchen für entspanntes Urlaub machen. Wären da nicht die technischen Medien. Das Handy klingelte. Unser Hotel in Salins war dran. Diesmal hatte keiner von uns einen Hotelschlüssel mitgenommen, sondern seinen Haustürschlüssel (von zu Hause!!!) liegen lassen. Der wird nun kostenpflichtig nachgeschickt. So richtig aufstehen um die letzten 20 Kilometer in Angriff zu nehmen wollte niemand.

Bild cremen SonntagWir wussten, dass noch 200 Höhenmeter vor uns lagen. Die sollten aber gar nicht so schlimm werden. Vielmehr sorgte die Autostraße (also für Radler gesperrt) für Irritationen, die man einfach auf unsere gute alte D 31 gebaut hatte. Für uns aber kein Hinderungsgrund. Ob man es jetzt kontrollierten Regelverstoß nennt oder wir einfach das Schild nicht gesehen haben – egal. Wir kamen gut an, wurden in deutscher Sprache begrüßt – die Räder verbringen eine Nacht auf der Terrasse (im ersten Stock), und wir müssen uns jetzt erst einmal um die Felge von Heinz-Ludwig kümmern, die ist nämlich durchgebremst. Da wird die Geschichte mit den vergessen T-Shirts zur Nebensache: also was macht ein Radler, wenn er seine Shirts für morgens und abends vergessen hat: ganz einfach: er lässt ein Oberteil vom Schlafanzug an – beim Frühstück, beim Abendessen und natürlich im Bett. Wer das ist? Vielleicht kann es der treue Leser bis wir in Sete sind herausfinden. Wichtiger ist, was mit den Rädern geschieht. Roland und Heinz-Ludwig machen sich auf den Weg zu den örtlichen Fahrradhändlern um zu sehen, ob sie am Montag sich unserem Problem annehmen können. Wir verschieben einfach unser Abendessen – bis die beiden wieder da sind …..

101,5 Kilometer, 16,0 km Durchschnitt, 50,6 km im Maximum, 6.19 Stunden, 1.103 Höhenmeter, 698 Meter am höchsten Punkt, 2.268 Kalorien

16. Mai 2015
von Thomas Will
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Dunkle Wolken, Nebel, Abgänge und dann doch: die Sonne

4. Tag, Samstag, 16. Mai 2015 – Pont de Roide –Salins les Bains

Bild SamstagWieder einmal begann unser Tag schon am Abend zuvor. Roland Bremse muckte. In Frankreich war an eine Reparatur nicht zu denken. Auch die telefonische Hotline nach Trebur half nichts. Wie gut, wenn man Eltern hat, die in der Nähe der Schweizer Grenze wohnen. Einfach zurück zum Fahrradhändler des Vertrauens nach Lörrach per Elterntaxi und zurück mit der Bahn zum nächsten Etappenziel in Salins. Nicht ganz so gut sollte es für Adi laufen. Unser Pechvogel aus Island war auch diesmal nicht ganz fit und so entschied er sich am führen Morgen „auszusteigen“. Etwas traurig fuhren wir dann los. Dunkle Nebelwolken hingen über dem Flusstal, aber es regnete nicht. Wir stellten uns vor, wie schön die Strecke wäre, würden wir etwas mehr von der Landschaft sehen. Aber gut. Steigungen wechselten sich mit längeren Abfahrten ab, es war durchaus anspruchsvoll, was wir an diesem Samstag zu bewältigen hatten. Und trotzdem: wir kamen gut voran. Mittags in Bouclans verpflegte man uns mit einem mageren Rindersteak und gerösteten Kartoffeln und so gestärkt konnten wir die nächsten Höhen in Angriff nehmen. Keine Ausreißversuche, wir kamen sogar bei den Bergen fast mit der gesamten Gruppe zur gleichen Zeit an. So langsam drückte sich die Sonne durch die Wolken. Jetzt einen Kaffee: in Nans wurden wir fündig. Es hätte aber keine Minute später sein dürfen. Gerade als im Restaurant der Schlüssel in das Schloss (zum abschließen) gesteckt wurde, kamen wir an. Obwohl fast kein Wort französisch sprechend, musste ich irgendwie überzeugend gewesen sein: wir bekamen auf der Sonnenterasse: Kaffee und eine Früchtetarte. Jetzt die letzten Kilometer. Zu uns gesellte sich für ein ganzes Stück der Hund des Hauses, bevor es aber in rasanter Abfahrt nach Salins ging, verabschiedete er sich. In dem festlich geschmückten Ort stehen unsere Räder sicher im Innenhof es Hotels und wir freuen uns auf das Abendessen – ein paar Meter entfernt im Hotelrestaurant.
122,7 Kilometer, 15,9 km Durchschnitt, 54,7 km im Maximum, 7.41 Stunden, 1.417 Höhenmeter, 657 Meter am höchsten Punkt, 2.748 Kalorien

15. Mai 2015
von Thomas Will
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Am Tag als der Regen kam

3. Tag, Freitag, 15 Mai 2015 – Biesheim –Pont de Roide

IMG_4242 (2)Den Abend in Biesheim konnten wir so richtig genießen. Der nächste Tag und die Wettermeldungen waren (noch) ganz weit weg, und so schmeckte und der Blanc des Noir ganz ausgezeichnet zum Käse. Noch hatte die Nachtruhe nicht über den Verdauungsmodus dominiert, da zuckten Blitze am Himmel, es donnerte und regnete – na ja, was jetzt runter kommt ist morgen weg. Und so war es dann auch – scheinbar. Um ½ 7 war es trocken – ich warf einen Blick in die aktuellen Ausgaben der Mainspitze und vom Echo und der französische Wetterdienst meldete 39 ° in Agadir. Mit dem Frühstuck kam dann die Gewissheit, dass sich der Himmel nicht ausgeregnet hatte. Axel versuchte mit einem Blick auf das Wetterradar die Stimmung zu heben – und nach dem Startschauer blieb es für zwei Stunden (fast) trocken. Neuf Brisach konnten wir bei der Anfahrt noch trocken genießen, aber in Wittelsheim öffneten sich dann alle Schleusen. Trotzdem lief es ganz gut. Kurz nach 12 waren wir schon in Dannemarie und es war Mittagszeit – bei Kilometer 66. Wonach wählen Radler bei Regen ihre Mittagsrastplatz: nach dem Vordach vor dem Restaurant. Das Tagesmenü im „La Porte du Bonheur“ (thailändisch) war binnen Minuten auf dem Tisch – den Espresso gab es gratis dazu, ebenso das Minzwasser – draußen regnete es weiter. Wir mussten durch. Die Landschaft wurde hügeliger, wir mit jedem Kilometer nasser. So richtig Lust auf eine Kaffeepause kam nicht auf, dafür mussten wir klettern: bis auf 576 Meter kamen wir hinauf – und dies bei voller Regenkleidung. Trotzdem schafften wir es, diszipliniert zusammen zu bleiben. Für angedachte Ausreißversuche – und waren sie noch so gut begründet („mir ist kalt und ich friere“) gab es Gegendruck aus der Gruppe und so kamen wir – nass, frierend und hungrig im „Le Petit Relais“ in Pont des Roide an, wo wir auch diesmal wieder sehr freundlich empfangen wurden.
114,8 Kilometer, 16,7 km Durchschnitt, 51,8 km im Maximum, 6.50 Stunden, 700 Höhenmeter, 576 Meter am höchsten Punkt, 2.464 Kalorien