7. Juni 2009
von Thomas Will
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Tag 19 – Im Tunnel

Es gibt Übernachtungen die bleiben einfach im Gedächtnis. Am Timmelsjoch, auf dem Albula oder jetzt in Skaidi. Es ist der Flair des Hauses, die Liebenswürdigkeit der Gastgeber, die Komposition des Abendessens, der erste Blick am kommenden Morgen aus dem Fenster –oder das Frühstück. Wenn dies alles stimmt, dann hinterlässt das einen bleibenden Eindruck. Björn und Christine haben diesen hinterlassen, ihr Hund der sich am frühen Morgen einfach zum „kraulen“ vor die Treppe legte, die Einsamkeit der norwegischen Finnmark, der Lachs im Gemüsebett – wenn die Anfahrt nur nicht so weit wäre – diese Adresse muss man sich einfach merken. Jochen (aus Ginsheim) auch, denn der hat dort seinen Rasierer vergessen –aber den werden wir natürlich wieder besorgen. Und natürlich auch Erika, die bis nachts um ½ 3 unsere Shirts gewaschen hat. Aber auch in Skaidi mussten wir um 8.30 Uhr aufbrechen und weiter auf unserem Weg nach Norden fahren. Über einhundert Kilometer war es eine schöne Sonntagstour. Ein wenig wellig am Anfang, entspannend an der Küste – und dann kam er – der Tunnel. Fähre – Fehlanzeige. Drei Kilometer bergab (9%), drei Kilometer bergan (wieder 9%). Frieren bei der Abfahrt, schwitzen bei dem Anstieg. Die Entscheidung für die richtige Kleidung musste jeder von uns am Anfang treffen. Dann stürzten wir uns in die Tiefe. Über 60 Kilometer auf dem Tacho, der „Arena“ hinter uns, das Meer über uns – und es wurde immer kälter. So schnell es bergab ging, so langsam ging es bergan. Aber wir schafften es. Verschwitzt, fertig – aber wir kamen durch (und mussten im Gegensatz zu unserem Bus nichts bezahlen). Ein schneller Kaffee in Honnigsvag und dann noch einmal bergan. Ob der Wind oder die nachlassende Kraft das größere Problem waren, das ist uns jetzt gleichgültig – bei einem Glas Bordeaux – und am Montag geht es um Nordkap.

Höhenmeter 1.305

6. Juni 2009
von Thomas Will
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Tag 18 – Von der roten Brücke zur Skaidi Fjellstue

Es ist kurz nach sechs Uhr am Morgen – ich habe Geburtstag – und bin auf dem Weg zum Waschhaus. Unsere Übernachtungshütte misst 4 auf 3 Meter und jetzt steht ein neuer kalter Tag vor uns. Das Thermometer zeigt 3° und während ich noch überlege wie ich das mit dem duschen, rasieren, Zähne putzen und anziehen organisiere kommt Stephan auf mich zu. „Alles Gute zum Geburtstag“ – und das auf einer roten Brücke, nördlich des Polarkreises, ich glaube es gibt kaum eine andere Möglichkeit als Geburtstag außergewöhnlicher zu beginnen. Carmen, die anderen Radler – reihen sich ein. Zum Ausruhen und Feiern bleibt aber keine Zeit. Das Fahrrad ist Dank Nico wieder 100 Prozent einsatzfähig – und so kommen auch die Satteltaschen wieder dran, die ich gestern (Speichenbruch) abgeben musste. Ab geht es nach Alta. Zuerst bergan, dann durch eine typische Schlucht bergab. Das Handy bimmelt pausenlos. Wer nicht durchkommt schickt eine SMS. Schon sind wir in Alta am Meer. Unser Busteam hat eine Mittagsrast ausfindig gemacht und dann gibt es Hamburger. So gestärkt machen wir uns auf den Weg. Jetzt geht es bergan. Die Regenepisode ist nur kurz, dann klart es auf. Oben auf 400 Meter Seehöhe – wenn wir in den Alpen wären, dann sind dies 2.300 Meter – kommt der Wind wieder. Auf einmal will niemand von uns mehr im Wind fahren. Adi „schwächelt“, Bernd „motzt“, (ihm ist kalt), Karl „probiert es“ – und alle anderen halten sich zurück. Jörg und ich probieren es für ein paar Kilometer und dann ist in einer atemberaubenden Landschaft „Adi“ wider da. Wir radeln zum der Fjellstue, werden von Lars Björn und seiner Frau Christine herzlich empfangen. Die Sauna entspannt, das Abendessen ist einfach köstlich (eigentlich würde ich gerne ein paar Tage hier bleiben oder wiederkommen), aber jetzt geht es erst einmal weiter – nur: zu allererst gibt es die Geburtstagstorte – und das um 23 Uhr – einfach toll so ein Geburstag im hohen Norden. Eine Radkarte aus dem Jahr 1910 wird mich immer an diesen Tag erinnern.

Höhenmeter: 1.065

6. Juni 2009
von euroadmin
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Herzlichen Glückwunsch, Thomas !

Wer treibt so manchen Radler-Opa
zu fernen Zielen in Europa
und hält den Fahrplan immer ein?
Das kann doch nur der Thomas sein!

Wer war im Osten, Westen, Süden
und ist noch immer nicht zufrieden?
Wem fällt stets noch was Neues ein?
Das kann doch nur der Thomas sein!

Wer will auf Römerstraßen fahren,
selbst da, wo niemals Römer waren,
und holpert über Stock und Stein?
Das kann doch nur der Thomas sein !

Wer kann uns immer motivieren,
auch wenn wir hungern oder frieren?
Wer bringt sogar nach Finnland Wein?
Das kann doch nur der Thomas sein!

Die Tour hinauf zum Nordkap war
nicht seine letzte Schandtat.
Er wird – man mache sich das klar –
demnächst vielleicht noch Landrat !

Als neuer Fürst vom Gerer Land
beherrscht er ein Gebiet,
das reicht, wie allgemein bekannt,
vom Main bis tief ins Ried.

Was wird er wohl als erstes tun?
Ich hab‘ da so ´ne Ahnung:
Er lässt die heißen Eisen ruhn,
macht erst mal Radwegplanung.

Das Dienstfahrzeug wird abgeschafft,
da wird schon mal gespart.
Er macht, damit er nicht erschlafft,
Dienstfahrten mit dem Rad.

Und doch, die Radler fragen sich,
– ich will es nicht verhehlen – :
Ist es denn wirklich förderlich,
ihn in das Amt zu wählen?

Es steht dann, was er tut und treibt,
zwar täglich in der Zeitung.
Doch ob genügend Zeit ihm bleibt
zur Tourenvorbereitung?

Jetzt wollen wir nicht spekulieren –
noch ist er ja vernünftig –
und ihm stattdessen gratulieren,
denn heute wird er fünfzig !