23. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 25 – Hochsommer in Island

On the Road

Wenn mir das einer gesagt hätte, ich gehe mir kurzen Hosen zum Abendessen – ich hätte es nicht geglaubt. Mit Stephan, Harald, Nico, Gerhard, Dietrich lasse ich mir nach 111 Kilometern und 1.155 Höhenmetern ein Bier schmecken. Nach dem Duschen – nur ein Badetuch – und es ist wirklich warm. Dabei hatte unser Tag in Akureyri so angefangen wie viele Tage in Island: kalt und wolkig. In Skjaldarvik wären einige von uns gerne länger geblieben (gut wenn man das sagt). Steffi, Caroline, Conny und Roland taten es – aus unterschiedlichen Gründen. Steffi und Caro wollten reiten, Conny hatte mir ihrer Erkältung zu kämpfen und Roland mit Sehne und Wade. Also tausche Steffi das Lenkrad mit dem Zügel und Caro den (ihr nicht bequemem) Rad- mit dem Pferdesattel und wir machten uns auf den Weg. Das Höhenprofil suggerierte eine schwerere Strecke als in Wirklichkeit. Während sich der ein oder andere Kopf davon anstecken ließ, protestierten die Beine und spulten einfach Kilometer und Höhenmeter nacheinander ab. Am Abend dann die Erkenntnis: oft geht (viel) mehr, als man glaubt. Von 0 auf 470 Höhenmeter sollte der erste Anstieg gehen – nach 345 Metern war Schluss. Höher ging es nicht. Jochen und Rudi waren richtig enttäuscht. Also bergab. Kurz vor Laugar. Pause. Was gibt es zu Mittag: Pizza – und die war richtig gut – ein Blick auf den Wasserfall – und weiter. Es machte richtig Spaß. Bergab mit 60 – bergan mit neun oder zehn – und dann kamen die Mücken. Da sie aber – im Gegensatz zu denen im Kreis Groß-Gerau nicht stechen – waren sie nur lästig.

Müde

Unser Bus mit den Reiterinnen und Erkältungs- und „Unterbeingehändicapten“ holte uns ein, so dass wir gemeinsam Kaffee trinken konnten. (Danke an Jochen B. aus G.). Weiter – die letzten neun Kilometer um den See. Einmal falsch abgebogen (weiße Kleinbusse gibt es einfach zu viele) und schon waren wir da. Auch hier am Myvatn gefiel es uns sofort.

Oldies

Caro, Karsten und Conny organisierten unsere Tour im Kraftwerk – Roland brillierte in bestem englisch und buchte eine „Whalewatchingtour“ (mit Rabatt) und Gerhard wurde leicht melancholisch: „Nur noch zwei Fahrtage – ich könnte noch eine Woche weiterfahren“ – mal sehen was Gisela dazu sagt.

Tabelle Tag 25

 

22. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 24 – Samstag mit Verlängerung

Wir fahren

Wenn die Euroradler auf ihre Fahrräder steigen, dann müssen es mindestens 100 Kilometer sein. Dieser Devise folgten sie auch am Samstag und verlängerten einfach ihre Tour. Es war kühl bei der Abfahrt in Varmahlid, und gerne wäre man länger beim Frühstück geblieben. Aber das ging natürlich nicht. Also – auf die Räder und ab. Alle 10 Kilometer ein kurzer „Halt“ – so wollte man an diesem Vormittag die erste Steigung auf den 45 Kilometern bewältigen. Es klappte besser aus gedacht. Trotzdem musste Steffi mit dem Bus kommen. Alf hatte als „Bazillenmutterschiff“ ganze Arbeit geleistet und viele von uns angesteckt. Ob dafür auch die erzwungene Nähe vor drei Tagen im Hochland verantwortlich war – alles Spekulation. Für Conny und Jochen B. aus G. war aber definitiv nach 28 Kilometern Schluss. Fahrrad und Steppenwolf kamen auf den

Rad auf TRäger

Radträger, Conny und Jochen in den Bus. Wir rollten weiter nach oben. Mit Rückenwind geht alle besser. Unser Plan ging auf. Wir blieben in der Gruppe zusammen – bis oben – fast. Harald hielt es bis vier Kilometer vor dem Pass bei uns. Dann setzte sich sein „kribbeln“ in pure Energie um und er zog uns davon. Dafür musste er oben warten. Wir kamen kurze Zeit später und konnten es dann gemeinsam ins Tal laufen lassen. Nach drei Kilometern war der Spaß vorbei: Gegenwind. Bis Kilometer „60“ ging es ganz gut: Mittagspause – Lammsuppe. Stephan und Harald zogen Toast vor. Die Wirtin machte ein Bild von uns und es ging weiter: gegen den Wind. Warum nur? Kurz nach 3 waren wir kurz vor Akureyri und fuhren an unserem Hotel vorbei. Mit (gutem?) Grund. Wir wollten in die Stadt. Jochen, Steffi und Conny wollten uns zu einem Cafe am Stadteingang „locken“. Na ja, wir wollten in die City. Aber wo ist sie. Wir fuhren weiter. Bekamen unseren Kaffee, aber von der Stadt sahen wir nicht(allzu) viel. Für diese Verlängerung mussten wir dann nochmals neun Kilometer zurück fahren – bergauf – gegen den Wind: man kann nicht alles haben. Mal sehen, wie es mit unserem Lazarett morgen weiter geht.

Tabelle Tag 24

21. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 23 – Die Hütten waren doch gar nicht so schlecht

Straße

„Wann gehe ich in den Hotpot?“ – Diese Frage beschäftigte mich seit kurz nach 5 Uhr in der Früh. Dabei kamen mir auch die letzten Minuten vor dem Einschlafen wieder in den Sinn. Irgendwer hatten von deutschen Gurken erzählt – in einer Sprache, die ich nur ansatzweise verstand. Später sollte sich herausstellen, dass dies die letzten Gesprächsfetzen waren, die ich von Stephan auffing, als er sich vor oder nach dem Zähneputzen mit einigen Italienerinnen in der kleinen Küche unserer Hütte unterhielt. Die waren in der zweiten Nacht mit uns dort zu Gast, so dass wieder gut 25 Personen auf 20qm nächtigten. Das mit dem Nachdenken über den Hotpot hatte sich dann schnell erübrigt – Harald kam mir zuvor – und kurz nach ½ 7 trafen sich dort auch Petra, Dietrich und Jochen. Eigentlich darf man das ja nicht – vor 7 in den Hoptpot gehen, aber weil wir es trotzdem taten, galten für uns auch die Regel nicht – angemessene Badekleidung zu tragen – wer sollte sich schon daran stören.

Petra

Gestört haben wir uns dann aber schon an unserem Frühstück. Mit einer fast schon aufreizenden Behäbigkeit wurde der Käse gehobelt, das Brot getoastet oder die Wurst gebracht. Na ja, satt wurden wir trotzdem und dann ging es los. Zurück auf die Kjölur und ab nach Norden. Holperpiste war angesagt. Wir kamen langsam voran. Zu langsam? In meinem Kopf verschoben sich Essens- und Ankunftszeiten. Wie sollten wir nur diese Piste überstehen. Nico und Jochen – unsere „Oldis“ machten die pace – der „Steppenwolf“ flog über die Rillen, Steine und Löcher – wir wurden schneller. Die Stimmung wurde besser. Wir waren knapp vor der 40 Kilometermarke. Unser Bus hatte gewartet. Mittag war angesagt. Ein Cafe an der Kjölur. Steffi hatte Kaffee organisiert. Auf die Suppe verzichteten wir, die war noch geforen. Dafür durften wir unsere Vorräte auspacken. So gestärkt wurden wir schneller. Je weiter wir uns von unserer Hütte in Hveravellir entfernten, umso schneller verklärte sich der Blick. „Die Hütten waren doch gar nicht so schlecht“ – meinte Gerhard nach acht Stunden. „Er hat heute Nacht nur gesäuselt“ hauchte Dietrich – fast schon eine Liebeserklärung an unser Treburer Sägewerk. Die Realität holte uns wieder ein. „Ob wir noch einen Nachmittagskaffee bekommen?“  Ja – auf einem Campingplatz. Roland hatte telefoniert – wir wurden mit Kaffee, Kuchen und Toast bewirtet. Tolle, freundliche Aufnahme. Und dann den Berg hoch. Es lief Klasse mit dem Doping für die Ohren. Jetzt bergab – rollen lassen. Fehleinschätzung, Bergab ja, aber Gegenwind – nein, Gegensturm. Ich spanne mich vor die Gruppe. Nico hinter mir. „Langsamer“ war das Wort, das ich am meisten hörte. Drei Prozent Gefälle und treten müssen. Und wie. Nach fünf Kilometern nimmt mir Karsten den Wind. Wozu doch Kinder gut sind. Dann sind wir am Hotel. Ein Teil von uns muss noch Zusatzmeter schrubben. Dafür haben wir tolle Ferienhäuser. Petra möchte gerne länger bleiben. Aber es gibt Alternativen: wiederkommen.

Tabelle Tag 23