20. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 22 – Das Ende für den Steppenwolf …….

Führung

….. konnte gerade noch abgewendet werden. Am späten Donnerstagnachmittag wurde es kritisch für Jochen B. aus G. – sein „Steppenwolf“ schien endgültig am Ende. Dabei wurde doch überhaupt kein Fahrrad gefahren. Trotzdem war die Nacht nicht viel länger. Schon früh um 7 lagen die ersten Euroradler im Hotpot und ließen den Blick über das isländische Hochland schweifen.

Mittagessen

Beim Frühstück konnte man es sehen – die Nacht hatte ganze Arbeit geleistet (oder war es der Wein?) und die Anspannung war der Erwartung für den Tag gewichen, zumindest bei 16 von uns 17. Wandern war angesagt Sechs Kilometer bis zum Striutur und auch wieder zurück. Grandios die Aussicht – Eis, Schnee, ein Gletschersee – einfach genial. Diesmal hatte es sogar mit der Wurst zur Mittagsrat geklappt. Alle wurden satt. Den Euroradlern konnte auf ihrer Wanderung nichts geschehen – und das aus zwei Gründen. Steffi guidete uns genauso sicher zu unserem Ziel, wie sie seit Tagen unseren Bus durch die Highlands fährt und Nero der Hund der Hüttenwirtin (aus Lettland) begleitete uns die ganzen fünf Stunden. Da er dies zum ersten Mal tat, war die Freude bei unserer Rückkehr doppelt groß. Eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen und dann war Räderinspektion angesagt. Nico, Roland und Alf waren gefragt. „Nach fest kommt ab“ – beim Festdrehen der Schrauben erwischte es den „Steppenwolf“. Eine „M6“ war gebrochen, und die Federung mit Kabelbinder zu befestigen hätte für Mensch und Material auf den kommenden 80 Kilometern so etwas wie isländisches Roulette bedeutet (wenn es das überhaupt gibt). Alf wusste Rat. Beim Blick über die anderen Räder fiel ihm mein „Koga“ auf. Dank des oft geschmähten Vorderradständers konnte geholfen werden. Eine der zwei Schrauben half dem „Steppenwolf“ wieder auf die Sprünge – sonst wäre es auch im Bus und auf dem Radträger eng geworden, denn Alf muss sich noch von seiner Erkältung erholen und Dietrich will sich erst wieder auf Asphalt beweisen müssen. Vor Alfs Blick fiel erst einmal noch der „Steppenwolf“ um – genau auf das Rad von Roland – die Erde bebte innerhalb von 36 Stunden gleich zwei Mal auf Island.

Hund

Wie es am morgigen Tag wird, wissen wir noch nicht so genau. Nach Aussage unserer Hüttenwirtin –  „you are crazy“ – ist die Straße nach Norden ein wenig besser zu befahren. Aber bis dahin sind es noch zwölf Stunden. Noch einmal Hotpot, packen und eine Abschiedsnacht in

AN der Hütte

unserem „9er Zimmer“ – 15 qm für vier Paare plus Petra – zwei Nächte – hoffentlich leiden wir nicht bald unter Entzug.

 

 

 

20. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 21 – Wo ist die Wurst?

Gullfoss

„Wo ist Jochen?“ – Wir konnten am Hotel Gullfoss nicht abfahren, so lange sich nicht zu jedem Fahrrad auch ein Fahrer eingefunden hatte. Die Morgentoilette sollte an diesem Tag aber das kleinste Problem sein. Wir taten, was (fast) jeder Islandtourist tut, wir fuhren zum Wasserfall nach Gullfoss. Vier Kilometer, schöner Asphalt, leicht bergan, nur wenige Regentropfen – wir konnten das eindrucksvolle Schauspiel genießen und in Bildern festhalten. Der Himmel riss auf, wir konnten weiter fahren. Caroline und Karsten stiegen zu Steffi in den Bus. Caro hatte „Knie“, Karsten war für die Begleitung zuständig. Viele Stunden später sollte sich herausstellen, dass dieser Wechsel – vom Rad zum Bus – aus mehreren Gründen ein guter war. Es ging weiter leicht bergan. Der Asphalt war zu Ende. Noch nahmen wir die ersten, wenn auch steilen Steigungen, mit Humor. Wir kamen (ganz) gut voran, trafen zwei Radler auf Gegenkurs und wollten eigentlich Mittag machen. Als geeigneten Platz fanden wir bei Kilometer 47 eine Campinghütte. Klasse – eine warme Suppe, eine Tasse Kaffee – aber eigentlich war die Pause in der freien Natur geplant. Nur, wo waren Wurst, Käse, Äpfel, die wir am Vortag in Reykjavik gekauft hatten? Bei der Abfahrt lagen sich gemeinsam mit dem Brot auf einem Stuhl am Hoteleingang. Während das Brot eingepackt wurde, brachte Roland die übrigen Sachen zurück zum Bus. Wir hatten Brot – und die Suppe – aber wenn die Campinghütte nicht gewesen wäre? Wenn ich ein isländischer Geysir gewesen wäre, dann stand ich kurz vor dem Ausbruch – die Erde bebte. Bis in die späte Nacht hinein konnten wir das Rätsel, wie unsere Wurst, unsere Äpfel und unsere Bananen den Weg zurück in den Bus gefunden haben, nicht wirklich lösen.

Gruooe Road

Wir mussten aber weiter. Der Schotter auf der Kjölur wurde immer mehr unsere Kondition immer weniger. Nico musste passen. Roland hielt eines der wenigen Autos an. Gern nahm man unseren Senior mit. Alf konnte (oder wollte) auch nicht mehr. Roland ergriff erneut die Initiative. Alf – Rad – Auto – hinein – ab. Bei ihm sollte sich am nächsten Tag eine Erkältung einstellen. Wir mussten weiter. Kleine Abfahrt – Sand unter dem Rad – Sturz – ich drehte einen kleinen Salto und war binnen Sekunden wieder auf dem Rad. Weiter: unsere Gruppe zog sich auseinander. Regen setzte ein. Carmen stürzte, Conny schob – aber wir kamen an. „Wie können 25 Menschen in einer Hütte von 25 qm nächtigen, frühstücken – und was sonst noch so nötig ist?“  Wir 17 und dazu noch sieben Franzosen – es geht. Neun Menschen in einem Raum – ein Ehepaar muss sich ein „Doppelbett“ von 1,20 m teilen – ein Kopfkissen – ein Bezug, trotzdem reicht es nicht für alle. Dietrich hat keinen, flüchtet sich in seine Online-Rundschau – auch wenn es mit dem Internet hier schwierig ist. Nur zwei Toiletten – dafür aber ein Hotpot.

Hotpot

Wir genießen das heiße Wasser und dazu noch ein Glas Wein. Der Tag und die Nacht – es ist schon grenzwertig – aber was ist in Island nicht grenzwertig?

Tabelle Tag 21

(Der Bericht erscheint verspätet aufgrund der Verbindungsprobleme)

 

 

20. Juni 2013
von Jochen Frickel
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Radeln im Funkloch

Liebe Freunde der EuroRadler,

gestern Abend ist erstmalig der gewohnte Tagesbericht von Thomas ausgeblieben. Was ist passiert?

Gar nichts – außer dass die Radler mitten im isländischen Hochland genächtigt haben, fernab jeder Zivilisation. Dort gibt es vermutlich keine Internetverbindung. Die Karte zeigt die Abdeckung Islands mit mobilem Internetzugang (3G; rote Flächen) und die Stationen der EuroRadler in den nächsten Tagen. Demnach können wir am Wochenende wieder auf neue Informationen hoffen, wenn sich die Gruppe in der Nähe der Nordküste aufhält. Ab Sonntag führt die Route dann erneut in die „Wildnis“.

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