15. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 17 – Autos, Zimmerchaos, Kaffeedebatten und der Fortschritt

Ortsengang

Zuerst die wichtigste Nachricht: Harald, Marietta, Karsten, Caroline, Nico und Conny sind da – erfolgreich aus Deutschland eingeflogen, auch wenn der Inlandsflug in Deutschland etwas turbulent war. Unser Start verlief dagegen ruhig und harmonisch. Wir kamen schnell voran. Mit Harald und Rudi legte ich auf den ersten 50 Kilometern vor. Nach gut zwei Stunden ein erster Stopp. Zehn Minuten Pause an einer Tankstelle und weiter geht’s. Aber „halt“, einer fehlt. Dietrich – ihn hatten wir (nach vorne) verloren und erst nach weiteren 50 Kilometern wieder eingefangen. Was uns aber noch größere Probleme machte: der Autoverkehr nahm ständig zu. An den Vortagen kam nur (gefühlt) alle Stunde ein Auto – jetzt aber überholte uns Stoßstange nach Stoßstange. Wie in Deutschland und Dänemark „teilten“ wir uns zehn Pizzen zu Mittag und dann mussten wir den Berg hinauf. 350 Höhenmeter, eigentlich nicht die große Herausforderung, aber nach 100 schnellen Kilometern tat es uns doch in den Beinen weh. Vielleicht war auch das ein oder andere Pizzastück zu viel. Die Anstrengung machte sich auf vielfältige Weise Luft: beim Sitzen, im Magen, in den Beinen und auch im Kopf. „Kaffee oder nicht Kaffee“ – war dann die Frage. Die Lösung einfach: Kaffeestopp „ja“, Kaffee trinken „kann jeder für sich selbst entscheiden. Allein die Cafeteria vor Reykjavik war den Besuch wert. Nicht nur wegen des Kuchens – der Besitzer muss ein totaler Fußballfan sein.
Dann „hinunter“ in die Hauptstadt. Wir hatten es geschafft und ich war um eine Erkenntnis reicher: die Zeit der Landkarten und Stadtpläne geht wohl zu ende. Auch hier ist das digitale System dem analogen überlegen (bis einmal die Energie ausgeht), aber dafür kann man auf dem Rad ja auch schon selbst sorgen. Angekommen. Wer mit wem im Zimmer? Wie kommen wir zum Restaurant?

Abendessen

Wo ist meine gelbe Satteltasche? Beim Abendessen beruhigte sich dann (fast) alles wieder. Ach ja, Adam geht es (dem Umständen entsprechend) gut. Wir haben noch mal telefoniert. Morgen kommt sein Bruder.

Tabelle Tag 17

15. Juni 2013
von Jochen Frickel
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Die Strecken der EuroRadler jetzt auch als Flugsimulation !

Hier noch ein Geheimtipp für die Fangemeinde der EuroRadler: Die einzelnen Tagesetappen können jetzt auch als Flugsimulation abgerufen werden! Aus der Sicht eines Hubschrauber-Piloten, der die Strecke in 100 m Höhe abfliegt, bekommt man einen Eindruck von der Landschaft und den riesigen Entfernungen, die die Radler täglich zurücklegen.

Voraussetzung ist ein halbwegs moderner Computer (mindestens 2 GB RAM), eine einigermaßen schnelle Internet-Verbindung (mindestens 6000 kBit/s) und das Google earth-Plugin für den Browser (falls es noch nicht installiert ist, wird man unter Punkt 3 – siehe unten – dazu aufgefordert).

Und so geht´s:

1. http://www.gpsies.com/mapUser.do?username=ThomasWill aufrufen.

2. Eine beliebige Tagesetappe auswählen.

3. Direkt unter der jeweiligen Karte gibt es einen Link  Strecke als Google Earth Animation abfliegen . Einfach anklicken – nach ein paar Sekunden beginnt die Animation. Man ist (beinahe) live dabei – und das alles ohne zu schwitzen, zu frieren oder nass zu werden!

Guten Flug wünscht euch

Jochen Frickel (inzwischen wieder auf 49° 59´ 15″ N    8° 20´ 54″ E)

14. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 16 – Telefonate, Mails, SMSen – und Rad gefahren sind wir auch

Unerwegs

Wir wollten den Tag ein wenig gemächlicher angehen lassen. Frühstück erst um ½ 8, Abfahrt um 8.45 Uhr, wir hatten ja „nur“ 112 Kilometer zu fahren. Dietrich hatte Karstens Rad fahrfertig gemacht, und ich telefonierte noch mal mit Nico, der sich mit Conny, Karsten und Caroline morgen auf den Weg nach Island macht. Eine neue Kette für den Dietrich, eine Kassette, alle möglichen Ersatzteile – ich sehe schon, der Samstagabend wird bestimmt intensiv. Intensiv muss auch Carolines „Koga“ gereinigt werden, nach „off road-Tagen“ auf dem Träger am Heck unseres Busses ist von Farbe nichts mehr zu erkennen. Defekte scheinen während unserer Tour aber an der Tagesordnung zu sein. Heute „erwischte“ es Carmen. Nur „eine Krone“ – und nach telefonischer Beratung durch den Bischofsheimer Zahnarzt konnte es weiter gehen. Wir ließen uns im Hotel noch ein Brot und eine Packung Käse mitgeben, denn auf den kommenden 75 Kilometern gab es weder Tankstelle noch Hotel, geschweige denn ein Geschäft. Dann sollte es losgehen.

Mittag

Aber halt – Stephan hatte die Wurst nicht dabei. Zum Kühlen hatte er sie vor das Fenster gehängt. Soweit so gut. Irgendwie löste sich der Knoten, und die Päckchen fielen so ungeschickt unter den Boden der Blockhütten, dass unser Schinken für immer verloren blieb. Dann ging es aber wirklich los. Nach drei Kilometern war aber schon wieder Anhalten angesagt. Es begann zu regnen, und wir quetschten uns in die Regenkleidung. Nach 15 Kilometern war diese Episode vorbei – ausziehen war angesagt. Es rollte gut an der westlichen Südküste. Wir umfuhren den Myrdalsjökull, hatten meist keinen Gegenwind und kamen schnell voran. Die Mittagsrast fiel kurz aus. Unter freiem Himmel, ein kurzer Plausch mit einem Ehepaar aus Kelheim – und weiter. Einen frühen Kaffeestopp in Vik, dem Ort mit dem schönsten Badestrand des Landes (dafür hatten wir aber keine Zeit), nutzen wir, um die Felszinnen zu fotografieren. 66 Meter ragen sie aus dem Wasser, neben der Kirche ein zweites Kleinod in diesem Ort. Wieder Telefonate mit Bischofsheim. Unsere „4“ sollen am Samstag schon im Flugzeug die Buskarten für den Transfer zum Hotel kaufen: das erspart Wartezeit (toller Tipp von Stephan), und vor allem warme Kleidung mitbringen, auch wenn dafür ein paar Tageszeitungen zu Hause bleiben müssen. Jetzt hieß es erst einmal „klettern“. Es ging bergan, aber nicht lange. Der Himmel zog sich zu und wir wurden immer schneller. Dann rechts ab und wir waren in Skogar. Wasserfall oder Hotel – das war jetzt die Frage. Jede Entscheidung wäre falsch gewesen. Also Wasserfall: toll und faszinierend.

Wasserfall

Das waren wir auch für eine Reisegruppe aus Berlin, Düsseldorf und Frankfurt, die unsere Trikots (und Leistungen) bewunderte. Jetzt aber zum Hotel, einer ehemaligen Schule. Die Fahrräder stehen im Hallenbad, Gemeinschaftsdusche für die Männer, kein Wäscheservice, denn eine Maschine ist defekt – aber so richtig geschwitzt haben wir an diesem Tag ja nicht; außer vielleicht beim telefonieren.

Tabelle Tag 16