13. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 15 – Rasant entlang der Südküste

Straße

Schneller geht nicht. Was hatten wir für einen „Bammel“ vor dieser Etappe. Über 170 Kilometer – und dann das isländische Wetter. Wenn es gut geht, dann sind wir vielleicht um 21 Uhr am Hotel in Geirland. Man sollte sich vorher nicht so viele Gedanken machen. Wir starteten pünktlich um 8.30 Uhr in Richtung Westen. Steffi mit unserem Patienten an Bord des Vivaro in Richtung Osten. Sie hatte 25 Kilometer vor sich, wir ein paar mehr. Ihr Ziel war die Ambulanz in Höfn. Dort schaute man sich Adams Knie genauer an und entschied: ab in das nächste Kleinflugzeug und ins Hospital nach Reykjavik. Er konnte sich die Gletscherwelt von oben ansehen – wir von unten. Wie gerne wäre er bei uns gewesen.

Adam

Mit einer netten Spende für die Kaffeekasse verabschiedete er sich von uns. Am Wochenende können wir in besuchen, so lange halten wir Kontakt über unsere Handys. Unseren zweiten Patienten (bei dem aber „nur“ das Fahrrad defekt ist) mussten wir nach drei Kilometern bereits zurück lassen. Dietrichs Kette macht einfach nicht mehr mit. Er organisierte sich einen Bustransfer nach Geirland (vielen Dank den vielen hilfsbereiten Isländern) und wird bis zum Wochenende mit Karstens „Koga“ weiterfahren. Dann hat Nico eine Ersatzkette (und was sonst noch benötigt wird) dabei und Dietrich kann wieder mit „seinem“ Rad fahren. Rad gefahren sind wir natürlich auch. Je länger der Vormittag andauerte, umso schneller wurden wir. Schon nach gut zwei Stunden hatten wir 50 Kilometer hinter uns gelassen und Zeit für einen Blick auf die Gletscherwelt am Breidamerkurjökull.

Gletscher

Weiter ging es. Carmen vorne weg. Nach 104 Kilometern „Mittagsrast“ – um 13.30 Uhr, wir waren klasse unterwegs. Eine warme Suppe, ein Käsebrot aus der Satteltasche von Alf und weiter ging es. Jetzt aber nicht mehr so schnell. Der Wind hatte gedreht und blies uns ins Gesicht. Stephan und Alf gaben Windschatten und weiter ging es Richtung Westen. Nach 150 Kilometern eine Kaffeepause und ab in unser Hotel. Als wir um kurz nach 19 Uhr (deutsche Zeit 21 Uhr) die Zimmer bezogen, gab es schon ein paar ungläubige Blicke: wir waren zwei Stunden früher da, als in unseren optimistischsten Erwartungen. Eine heiße Dusche, durchatmen – das Handy klingelt, Adam ist dran – lässt herzlich grüßen, morgen machen sich die Ärzte an sein Knie – unsere Gedanken sind bei ihm. Ob er auch so ein gutes Abendessen bekommt? Eine warme Gemüsesuppe (leider mit Paprika) und jetzt Fisch. Dazu ein schönes Glas Wein (isländischen gibt es ja nicht) oder ein „Gull“, so heißt das Bier. Nur eines sollte man sich merken: Kein „Krombacher“ in Island.

Tabelle Tag 15

12. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 14 – Dietrich sprengt seine Kette(n)

Regenfahrt

Die Nacht war kurz – sehr kurz. So gegen 7 Uhr sah man die ersten Euroradler auf dem Weg zum Frühstück. Diesmal wollten wir es besser machen. Nicht wieder ohne Verpflegung auf die Strecke gehen. Müsliriegel reichen einfach nicht aus. Aber: auf den ersten 100 Kilometern gab es keine Chance etwas einzukaufen, kein Laden, keine Tankstelle – nur Landschaft. In unserem Übernachtungsort gab es einen kleinen Supermarkt – nur der öffnete seine Pforten erst um 10 Uhr. Was tun? An der Rezeption wusste man Rat. Zwei kurze Telefonate und für uns war das Geschäft um 8.15 geöffnet. Ein schneller Rundgang: Brot, Wurst, Käse, Gurken, Äpfel, Kekse – und los ging es. Auf den ersten Kilometern setzte der Regen ein. Für Dietrich wohl eine ganz besondere Motivation. Vor jedem Hügel ein Antritt – und ab ging es.

Kette

Dann ein Fluch: irgendwas stimmt mit der Kette nicht. Wir sehen nach, Roland hilft und es geht weiter. Aber nicht lange. Nach gut fünf weiteren Kilometern noch ein Fluch – diesmal lauter. Nichts ging mehr: Kettenriss. Roland und Alf sind wieder zur Stelle. Wir sollen weiter fahren um nicht ganz auszukühlen. Per SMS bekommen wir die Nachricht, dass der Schaden notdürftig behoben wurde. Wir radeln weiter. Alf holt uns ein. Dann – welch Überraschung – sehen wir Dietrich auf einem Parkplatz stehen. Wie kam er dahin? Ein Kleinbus hatte ihn und sein Fahrrad mitgenommen. Er konnte nicht mehr in die kleinen Gänge schalten. Nun gut, mit Bustransfers hat er ja Erfahrung (siehe auch Tagebuch am zweiten und dritten Tag). Stephan fährt jetzt Roland entgegen (also zurück). Allein soll keiner sein. Wir rollen langsam weiter. Nach 60 Kilometern meldet sich der Hunger. Es regnet immer noch – kein Baum, kein Haus, keine Unterstellmöglichkeit. Wir sehen einen Bauernhof, fahren hin – aber wir treffen niemanden. Nur der Schafstall ist offen. Wir stellen uns unter, essen – und siehe da: Stephan (er hat die Wurst in der Satteltasche) und Roland kommen dazu.

Mittag

Steffi, unsere Busfahrerin hat unterdessen eine andere Aufgabe. Sie fährt zurück nach Egilsstadir und holt Adam ab. Ihm geht es wieder besser, aber an Radfahren ist erst einmal nicht zu denken. Sie kommen am Abend fast zeitgleich mit uns in Brunnholl an. Wir radeln am Nachmittag der Sonne entgegen. Rechts die ersten Gletscher, links das Meer. Ein Kaffeestopp in Nesjahverfi – an einer Tankstelle kocht man ihn frisch für uns (Petra bekommt sogar ihren Kakao), dazu Kuchen und Kekse, draußen scheint die Sonne – so macht auch Island Spaß. Nur noch 20 Kilometer, und die mit Rückenwind. Hoffentlich dreht er über Nacht nicht.

Tabelle Tag 14

 

12. Juni 2013
von Axel Kretschmer
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Thomas Beiträge jetzt auch auf „Streichel“ – Handys- / Tablets vergrößerbar!

Hallo liebe Euroradler-Fans,

das bisherige Layout dieses neuen Euroradler-Blogs (das Jochen von meinem Entwurf übernommen hatte) unterstützte bisher leider keine Vergrößerungen (zb für die Schrift) auf „Streichel“-Geräten…
Leider hatte ich bis vor kurzem noch kein Android oder IOS- Gerät – so war mir das Problem leider nicht aufgefallen 🙁

Das Problem sollte jetzt aber behoben sein 🙂 Probiert’s also mal aus!
Weitere Probleme/Feedback bitte als Kommentar hier melden – Danke!!!

Und euch Islandradlern kann ich nur „TOI TOI TOI“ für die morgige WAHNSINNSETAPPE wünschen!!!!!

Viele Grüße an ALLE
Axel