12. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 13 – Der lange Tag nach Djupivogur

Sturz

Ein undefinierbares Geräusch – irgendetwas schleift – ein Ruf und die Gruppe hält an. Ein Rad liegt auf der Straße …… dabei hatte alles doch so gut angefangen. Wir erreichen Island mit einigen Sonnenstrahlen. Stephan radelt (mit einem geliehenen Fahrrad) neben der Fähre her und wir kommen gut durch den Zoll. Nach zwei Kilometern geht es los – steil bergauf. Links und rechts Schnee. Oben ein herrlicher Ausblick. Einmal mehr dominiert die Sonne über den Nebel. Dann die Abfahrt. Die Tachonadel erreicht 75 –was wäre ohne Wind möglich. Unten im Tal Sonnenschein. Eine erste Rast. Bananen – Steffi hat Gummibärchen gekauft. Es geht weiter. Keine Mittagsrast – der geplante Campingplatz hat leider kein Angebot für uns. Weiter geht es. Dann das Rad auf der Straße. Adam hatte das Hinterrad von Petra berührt und war gestürzt. Weiterfahren schwierig. Sofort hält ein Auto. Wir sind von der Hilfsbereitschaft beeindruckt. Der Fahrer ist Rettungssanitäter und besteht auf eine Ambulanz. Zwei Stunden später Entwarnung: alles ist in Ordnung. Adam bleibt eine Nacht in Egilssstadir – Steffi kann ihn am Mittwoch wieder abholen. Harald und Roland bleiben bei unserem „Patienten“

Steigung

Wir radeln weiter. Noch ein Berg – die Straße verliert ihr Asphaltbett und grüßt uns mit Schotter. Wieder hoch auf 565 Meter. Es ist kalt. Dann bergab – stellenweise 17% – und das auf Schotter. Harald und Roland holen uns wieder ein. Um 21.30 Uhr sind wir am Hotel. Eine Stunde später sitzen wir beim Abendessen. Nach Mitternacht (in Deutschland nach 2 Uhr) entstehen diese Zeilen, draußen ist es noch (schon wieder) hell. Morgen mehr.

Tabelle Tag 13

10. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 12 – Wecken um 4 – Landgang nach 8

Garten

Gerade noch tief und fest geschlafen. Im nächsten Moment eine laute Stimme in einer fremden Sprache und dann dauert es nur wenige Sekunden bis klar wird, um was es geht: in einer Stunde legen wir in Torshavn, der Hauptstadt der Färöerinseln an. Aber warum das morgens um 4 das ganze Schiff wissen muss, das erschließt sich in den kommenden Stunden nicht nur mir nicht. So richtig schlafen geht dann doch nicht mehr. Draußen ist es schon hell, im Schiff macht sich rege Geschäftigkeit breit, man hört Türen und Ladegeräusche – und um 7 gibt es ja schon Frühstück. Wir schaffen es um 8.15 Uhr an Land zu gehen. Die Wolkendecke lässt keinen Sonnenstrahl durch. Unser Radlerfreund aus Gera schließt sich uns an. Dafür lassen wir Roland und Rudi auf dem Schiff, sie befestigen die Schraube an Rudis Fahrrad und kommen nach. Wir lernen Torshavn, das weniger Einwohner als die Mainspitze hat, bei einer 40minütigen Busfahrt kennen. Alle Busse auf den Färöer können ohne Fahrschein genutzt werden, sie sind komplett steuerfinanziert. Natürlich kommt einem dabei sofort Tübingen in den Sinn und unser Beschluss im Kreistag Groß-Gerau, eine ÖPNV-Steuer einzuführen, schließlich haben von einem gut ausgebauten und viel genutzten Nahverkehr alle Bürger etwas: weniger Autos, freie Straßen, weniger CO2, geringerer Energieverbrauch. Was in Torshavn dazukommt: ganz besonders freundliche Busfahrer. Wir machen uns auf den Weg in das Nationalmuseum. Ein kleiner Einblick in die Landesgeschichte, dann ein Spaziergang zur Freilichtanlage und schließlich der Spaziergang zurück. Pünktlich um 14 Uhr legen wir ab.

Wasser

Jetzt sind es noch 20 Stunden bis Island. Es scheint, als wolle man uns den Abschied schwer machen. Die Sonne kämpft sich durch die Wolken. Zuerst nur ganz schwach, nach einer Stunde: blauer Himmel bis zum Horizont. Harald erklärt mir, dass in siebzig Kilometern ein Schiff um zehn Meter niedriger erscheint – bedingt durch die Erdkrümmung. Links und rechts von uns tauchen (in wenigen Kilometern Entfernung) steile Felswände auf. Die Färöer zeigen sich von ihrer (schönsten?) Seite. Wir machen Bilder. Das Handy klingelt. (mit der Schalker Vereinshymne) Karsten ist dran. Wir bekommen die neusten Infos aus Bischofsheim. Fünf Tage radeln auf Island – dann sind auch Karsten, Caroline, Nico und Conny da. Morgen kommt schon Stephan zu uns – er fliegt gerade in die Sonne Islands.

 

9. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 11 – Entspannung (pur)

Panorama

Die Satteltaschen müssen nicht gepackt werden, kein Fahrrad wartet auf Luft und im Flur muss nicht nach dem richtigen Trikot gesucht werden. Stattdessen: ein wenig länger schlafen, ausgiebig beim Frühstück sitzen bleiben und nicht schon beim zweiten Brötchen denken, ob dafür auch noch Zeit ist. Wir reden über die politische Großwetterlage, über gerechte Renten und das richtige Renteneintrittsalter. Draußen ziehen die Wolkenfelder vor die Sonne, der Nordatlantik bleibt aber ruhig und wir „schippern“ völlig ruhig nach Norden. Roland zeigt uns am Horizont eine Ölplattform und ein großes Tankschiff. Willi „simst“ aus Mainz, dass die Rückfahrer gut angekommen sind, und wir genehmigen uns die dritte Tasse Kaffee.

Frühstück

Jetzt ist Lesen angesagt. Die Busgruppe hat die Tageszeitungen der vergangenen Woche mitgebracht – Bischofsheim, die Mainspitze, der Kreis Groß-Gerau und Hessen lassen uns (?) mich (!) auch hier nicht los. Ein kleiner Mittagsimbiss – für was eigentlich – wir haben doch überhaupt nichts geleistet. Noch ein Espresso, und wir philosophieren über Telekommunikation und Energiekosten. Wie wird das mit dem Straßenzustand in Island sein, sind alle Straßen frei, kommen wir abends auch nicht zu spät an – wenn man (zu) viel Zeit hat, dann kommen einem manchmal ganz abstruse Gedanken in den Sinn.

Blick Shettlands

Wir passieren die Shetlandinseln, und die Sonne schiebt sich wieder vor die Wolken. Die Idee von Stephan, der am Montag nach Island geflogen kommt, einen Ersatzschlüssel für unser Hängerschloss mitbringen zu lassen, scheitert: Jochen hat keinen davon mehr zu Hause. Wir machen uns erste Gedanken über den Montag: um 7 Uhr frühstücken, um 8 Uhr Landgang in Torshavn, der Hauptstadt der Färöer – bis 13 Uhr haben wir Zeit. Dazwischen den Aufenthalt nutzen, denn das Parkdeck (dort stehen unsere Fahrräder und unser Bus) ist während dieser Zeit offen. Erstes Gepäck zum Bus bringen, bei Rudis Fahrrad zwei Schrauben ersetzen – zu viel Entspannung ist auch nicht gut: wir freuen uns auf den Dienstag.