Fahrrad gefahren sind wir auch – und wie. Aber der dreizehnte Tag hatte noch ganz andere Höhepunkt
e – und die kündigten sich schon am Abend vorher an. Da rief Thomas aus Klagenfurt an – und teilte mit, dass er ab Patras wieder dabei sein wolle. Ein Einstieg. Auch der Wiedereinstieg von Jochen in Patras durfte offiziell verkündet werden. Uwe, Harald, Joachim und Carmen wollten heute einsteigen. Carmen und Joachim kamen via Stuttgart mit dem Flugzeug nach Dubrovnik, schauten sich die Altstadt an und machten sich mit den Rädern auf nach Trebinje, wo sie kurz nach 19 Uhr ankamen. Uwe und Harald T. werden wohl nicht dabei sein (schade) – Harald S. stieg heute endgültig aus, nachdem wir ihn als „Bergkönig“ mit einer ganz besonderen Hose ausgezeichnet hatten. Stephan fällt auch immer etwas ein. Ach ja – einen Abstieg gab es auch. Karl zog einem gemütlichen Tag mit Helga und Marga in Dubrovnik dem schweißtreibenden Radeln durch die südliche Herzegowina vor. Mal sehen, wer am Mittwoch „auf-“, „ab-“ und „umsteigt“.
Unsere Tour ging auf den ersten zwölf Kilometern schnell aus Mostar heraus, doch dann hieß es arbeiten. Bis auf 460 Meter mussten wir hoch nach Rotimlja und dann gleich wieder runter. Weil es so schön war, das ganze gleich noch zwei Mal. In Ljubinje planten wir unsere Mittagsrast. Alle Bemühungen, ein Restaurant zu finden, scheiterten. Was tun? Einfach – wie früher – in einem Supermarkt einkaufen: Brot, Käs
e, Wurst, Joghurt für Gabi, Gurken, Schinken – und dann die Frage „wohin?“ Gleich nebenan ein Cafe – wir setzten uns und bestellten Getränke – dann packten wir unsere Einkäufe (und Stephan seine Dosenwurst) aus. Zu unserer Überraschung bekamen wir keine kritischen Blicke, sondern drei große Teller und ein großes Messer gebracht. Man stelle sich vor: 11 Radfahrer aus Bosnien kaufen in einem Bischofsheimer Lebensmittelmarkt ein und setzten sich dann im Außenbereich der Gaststätte …… – aber gut, wir radelten weiter – hinterließen ein schönes Trinkgeld und hatten noch Weißbrot für den Nachmittagskaffee übrig – das Nico mit Milkaschokolade garnierte. Gestern hatte
ich von Jochens Steppenwolf und seinen ganz besonderen Geräuschen geschrieben. In der Tat machte beinahe sein Sattel schlapp – ein Träger war gebrochen. Ihm konnte aber genauso geholfen werden wie meinen neuen Schuhen – Nico eröffnete einfach eine Außenstelle in Mostar – auch Karl bekam eine neue Felge am Hinterrad – die brauchte er aber aus bekannten Gründen heute nicht.
Dafür hatte Helga ihre erste Begegnung mit einem bosnischen Verkehrspolizisten. Für 20 € durfte sie ihren Führerschein behalten. Wenn sie Bosniern wär, hätte sie mit Karls Rad weiterfahren können. 
7. Juni 2011
von Thomas Will
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Frage gestatten lassen müssen, ob „es“ (nicht er!) an der Ägäis ankommt. Zuerst begleitet uns der (die?) Rama. Nach 35 Kilometern wechseln wir in das Neretvatal. Jetzt geht es zwar nicht mehr so steil nach unten, dafür sind die Felswände um ein vielfaches höher. So muss sich Karl May die Schluchten des Balkan vorgestellt haben. Wir durchfahren sie mit dem Fahrrad. Die kleinen Tunnel – nur einer ist länger als 200 Meter – nötigen uns Respekt ab, aber wir kommen mit keinem Auto in Berührung. Je näher wir an Mostar herankommen um so drückender wird die Luft im Talkessel. Es ist 12.30 Uhr und wir stehen vor der Altstadt. Viele Menschen scheinen ihr Geld mit dem Tourismus verdienen zu wollen. Uns macht man darauf aufmerksam nicht mit den Rädern in die Altstadt fahren zu können. Für uns aber noch lange kein Grund sie auf einem bewachten Parkplatz abzustellen. Wir schieben einfach und finden ein kleines Lokal direkt unter der alten (und jetzt neuen) Brücke von Mostar. Endlich haben wir einmal Zeit beim Mittagessen. Es gibt Forelle mit Blattspinat und Kartoffeln. An so einem Platz habe ich an meinem Geburtstag – und noch dazu mit den EuroRadlern – auch noch nicht zu Mittag gegessen. Wir machen uns auf den Weg zur Pension Rose. Helga und Marga sind schon da. Wir werden freundlich empfangen. Natürlich wäscht man unsere Trikots – bei 30°? – Ja! Ein Spaziergang durch die Altstadt – und dann kommt Steffi – Haralds Frau. Sie nimmt ihn am Dienstag mit. Urlaub nennt man das. Dann sind wir auf der Etappe nach Trebinje nur genau ein Dutzend Radler. Eigentlich schade. Steffi bringt aber auch etwas mit: ein Hinterrad für Karl, neue Radsandalen für mich, Schläuche – und zwei Dosen Wurst für Stephan. Die werden aber heute Abend nicht gebraucht. Im Restaurant Sadrvan werden wir noch einmal bosnische Spezialitäten serviert bekommen. Käse und Wurst als Vorspeise, Salat und (etwas andere) bosnische Platten und ein ganz spezielles Dessert „gekochter Apfel mit Zimt“.




