29. Mai 2011
von Thomas Will
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Tag 4 – Der Stephan, das Knie und die Angst vor dem kommenden Tag

Manchmal beginnen Geschichten schon am Tag zuvor. Das Abendessen in der Buchbacher „Post“ hätte für zwei Abende ausgereicht – und sogar Dietrich („Ich will Fleisch“) war mehr als zufrieden. Für Radler ist dieses Haus (und besonders das Abendessen) in jedem Falle eine Rast wert. Noch lange erzählen dürften auch drei Rennradfahrer aus der Gegend von ihrem Erlebnis der besonderen Art, nämlich ihrem „Rennen“ mit und gegen drei von unseren Euroradlern (natürlich mit Gepäck). Als nach wenigen Minuten einer nach dem anderen Rennradler das Tempo nicht mehr halten konnte, fragte er ganz bescheiden, wie man das nenne, was wir tun? „Reiseradeln“ war die spontane Antwort von Jörg, der die drei damit wohl in eine kleine Krise gestürzt haben dürfte. Jörg ist nun schon seit 125 Kilometern nicht mehr dabei. Er mußte zurück. Beinahe hätten wir auch den Stephan (schon wieder) verloren. Als „Besen“ war er von der Kirche in Stefanskirchen (mit „f“) ganz angetan. Eine kurze Fotopause – und wir waren weg. Dank Handy trafen wir uns in Kraiburg wieder und dann ging es recht zügig in Richtung Österreich. Wenn unterwegs nicht zwei Pfosten gestanden hätten, und ein Inlinefahrer, und …… wäre alles noch ein paar Minuten schneller gegangen. Auch wenn die Satteltaschen nicht gewesen wären – aber das ist eine andere Geschichte, die (noch) nicht beschrieben werden darf. Dafür gibt es dazu nur ein kleines Bild. Fazit dieser Andeutungen: wir sind alle fit und freuen uns auf die Tauern. Na ja, nicht alle von uns. Die Gedanken kreisen schon in so manchen Köpfen, ob das mit den vielen Höhenmetern auch klappt. Aber auch darüber am Montag mehr. Österreich empfing uns mit strahlendem Wetter, Rudi übernahm ihn Hallein die traditionelle Kaffeerast (vielen Dank) und in Kuchl wurden wir vom Männergesangverein beim Straßenfest empfangen. Ein kleines Weizen mit dem Dirigenten, der vor 25 Jahren aus Nierstein hierher kam. So klein ist Europa.

28. Mai 2011
von Thomas Will
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Tag 3 – Von Flusstal zu Flusstal

Die Sonne begleitet uns auf dem Weg aus Eichstätt. Es geht gleich zur Sache. Hinaus aus dem Tal der Altmühl, hinauf nach Adelschlag. Der erste Anstieg ist noch lockerer Frühsport, aber ein Blick auf die Karte verspricht, dass es (fast) den ganzen Tag so weitergehen wird. Hinunter zur Donau und wieder hinauf nach Hohenried, bergab zur Paar und wieder hinauf –und wieder hinab zur Ilm und wieder hinauf – und (genau) wieder hinab (diesmal) zur Amper. Unterbrochen wird unser „Flüssehopping“ nur durch einen guten Mittagsimbiss in Schweitenkirchen. Dort hat man sich in punkto Schnelligkeit selbst übertroffen. Innerhalb einer guten halben Stunde sind wir mit Rinderbraten und hausgemachten (wirklich!) Spätzle sowie Salat (wir haben noch keine Angst!) gesättigt und es geht weiter. Jetzt 30 lockere Kilometer entlang der Amper bis nach Mosburg. Der Regen droht uns zwar, aber er erreicht uns nicht. Dafür soll es in Bad Reichenhall Bindfäden geregnet haben. Uns erreicht dafür ein Anruf von Klaus (Maria). Er ist aus Eschenbach nach Buchbach gefahren und schon um 16 Uhr im Hotel. Wir lassen uns ein wenig länger Zeit, schließlich müssen wir ja noch aus dem Tal der Isar hinauf nach Schachtsberg. In Taufkirchen genießen wir unseren Nachmittagskaffee direkt am Rathaus. Wie so oft gibt es nach uns keinen Kuchen mehr. Die elf Kilometer auf dem Straßenschild nach Buchbach entpuppen sich als „geschätzt“. Unsere nach Karte geplanten zwanzig Kilometer sind da schon realistischer. Ein letzter Hügel – und vor uns liegt Buchbach. Schon von weitem hören wir die musikalischen Klänge (nein, diesmal ist es nicht Heiko der einen Oldie nach dem anderen pfeift) von Bayern 1. Der Radiosender macht in Buchbach Station mit seiner Sendereihe „Bayerns beste Bayern“. 465 Kilometer an drei Tagen: wir sind auch so etwas wie „Hessens beste Hessen“.

27. Mai 2011
von Thomas Will
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Tag 2 – Wo schläft Stephan?

Jürgen hat Geburtstag. Wir untermalen das Frühstück „in der Alm“ mit einem mehr oder weniger gelungenen Geburtstagsständchen und machen uns auf den Weg. Zuvor verabschieden wir uns herzlich. Was unser Gastronom so alles über Autos und Motoren weiß: beeindruckend – und in der Garage (in der unsere Fahrräder über Nacht Platz fanden) steht sein Hobby: Oldtimer. Gut, dass es für Ersatzteile jetzt auch das Internet gibt.
An der Tauber rollt es gut in Richtung Rothenburg, trotzdem: die kleinen Stiche kosten auch Kraft. Harald ist da. Steffi hat ihn gebracht und jetzt ist er bis Mostar dabei. Also sind wir jetzt 19. Über die Frankenhöhe geht es schnell in Richtung Leutershausen und schon sind wir im Tal der Altmühl. Mittags lassen wir uns im „Roten Ochsen“ in Großenried nieder. Man macht uns Leberkäse mit Pommes. Wir tanken Kraft und radeln dynamisch weiter. Der Rückenwind hilft uns und auch der Platten von Jörg kann uns nicht aufhalten. Die Sonne hält sich zurück – der Regen aber auch. Wir freuen uns auf die Kaffeepause in Pappenheim. Das Cafe gehört uns – und dann treffen wir eine richtige Entscheidung: wir fahren noch einmal in die Berge, verlassen den gemütlichen Altmühlradweg und strampeln hoch auf die Frankenalb. Wir schaffen das ohne Probleme, auch die Abfahrt nach Eichstätt (12%) und kommen kurz nach 19 Uhr im Gasthof Trompete an. Stephan ist auch schon da. Die Irritationen um die richtige Schlafstatt klären wir schnell. In unserem „sechser Appartement“ gibt es noch eine Schlafcouch – und wo sechs nächtigen, da kann auch ein Siebter sein Haupt zur Ruhe legen. Natürlich nimmt man sich wieder unserer Trikots an – toll am nächsten Tag „ganz frisch“ an den Start gehen zu können, wenn davon auch nach sechs Kilometern und 150 Höhenmetern nicht mehr viel zu spüren (und zu riechen) sein dürfte. Zu arbeiten haben wir in jedem Fall an den großen Schäufele, die uns zum Abendessen serviert wurden.