29. Mai 2007
von Thomas Will
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Tag 14: Regen – Sturm – Nachtfahrt bei den Euroradlern

Der Mond leuchtete uns den Weg. Als es östlich von Neapel immer dunkler wurde und wir wussten, dass wir uns auf ein Mitternachtsmenue freuen durften, war der düstere Schein unserer Fahrradlampen – und natürlich der helle Mond – unsere einzigen Lichtquellen in tiefer italienischer Dunkelheit. Dabei hatte der Tag ganz gut begonnen. Die Radler kamen auf der Schnellstraße nach Benevento gut voran und bereits nach gut einer Stunde berieten wir am Stadtrand den richtigen Weg. Leider entschieden wir uns für die falsche Variante, verloren so Zeit, gewannen dafür eine Cafepause und machten uns um die Mittagszeit zum höchsten Punkt des Tages bei Frigento auf. Jetzt kam der Wind, nein – es wurde Sturm. Das Fahrrad stand schräg auf der Geraden – bei Abfahrten mussten wir gegen den Wind antreten und so kamen wir einfach nicht voran. Dann – ab Lioni – sollte es eigentlich besser gehen, doch die Straße Richtung Bagni Contursi nahm jeden Bergmeter mit und so schwanden unsere Kräfte und es wurde immer später. In dem Badeort hatten wir die Freude mitten in einen Autokorso für die Bürgermeisterwahlen zu gelangen. Über hundert hupende PKWs mit Fahnen bestückt fuhren mehrmals an uns vorbei – und dann war es Nacht. Wir hatten einen neuen Höhenmeterrekord aufgestellt. Ach ja, Gerhard unser Busfahrer konnte auch Rekord melden: vier Mitfahrer hatte er an Bord, die sich die „Sturmfahrt“ entgehen ließen.

28. Mai 2007
von Thomas Will
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Tag 13: Am Nachmittag als der Regen kam

Sora entließ uns mit einem richtig guten Frühstück. Wir entschlossen uns die Schnellstraße zu nehmen und los ging es. Zwei kurze Tunells und unsere Entscheidung stand fest, die Schnellstraße wird verlassen. Zuvor hatte ein Autofahrer seinen rechten Außenspiegel an meiner Lenkerstange opfern müssen. Dafür konnten wir jetzt herrliche Ausblicke genießen. Immer weiter schraubten wir uns in den südlichen Abruzzen nach oben und kamen wieder an die „1000 Meter Marke“. Die kleinen Bergdörfer klebten wie Vogelnester an den Bergwänden, die hier bis weiter über 2.000 Meter in den Himmel ragen. Wir nahmen den weg „nach unten“ und Jochen eine Plattenpause, die wir zum Mittagessen nutzten. Pizza satt – und dann kam der Regen. Man konnte kaum die Hand vor Augen sehen, Zentimeter hoch stand das Wasser, die Lastwagen spritzten das Wasser mehr als einen Meter hoch, doch wir radelten weiter – und siehe: nach einer guten Stunde war der Wolkenbruch vorbei. Sogar die Sonne ließ sich wieder sehen. Wir legten in Alife einen Kaffeestopp ein und wurden freudig begrüßt: unser Wirt lebte 11 Jahre in Darmstadt. Mit einem süßen Gruß schickte er uns auf den Weg nach Telese, wo uns Gerhard bereits erwartete.

27. Mai 2007
von Thomas Will
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Tag 12: Schweisstreibende Stunden in den Abruzzen

Tschüs Peter – und gute Fahrt nach Hause. Für uns ging es am frühen Morgen weiter. Durch Rieti und gleich an der Stadtgrenze steil nach oben. Von 400 Meter, auf dieser Höhe lag unser Übernachtungsort ging es „hoch“ auf über 1.000 Meter. Steigungen bis zu 14 Prozent, im Mittel so um die „10“ und dazu noch die extrem hohe Luftfeuchte. Die Trikots klebten schweißnass am Körper und auch der Trikotwechsel brachte nichts. Dann endlich die erste Abfahrt – aber ebenso seil. Die Ausblicke entschädigten zwar, aber nach Karte ging es gleich wieder nach „oben“. Und so kam es auch. Wieder zwischen 8 und 10 Prozent, wieder über 1.000 Meter und kein Wasser mehr in den Trinkflaschen. Dank der freundlichen Hilfe in einem Bergdorf in den Abruzzen konnten wir unsere Flaschen wieder füllen – und weiter ging es. Die zentrale Frage der Radfahrer „wann und wo gibt es Mittag?“ konnte mangels Angebot nicht beantwortet werden. Dann kurz vor ½ 4 Uhr eine Pizzeria. Schnell versteht man uns. Viele, viele Pizzateilchen werden auf einer Platte gebracht, dazu viel Wasser und nach einer halben Stunde kann es weiter gehen. Noch haben wir 80 Kilometer zu fahren. Aber jetzt geht es besser. Entlang der Bahnlinie geht es in den kommenden Stunden bergab. Wir machen schnell Kilometer, gönnen uns kurz nach 18 Uhr noch einen Kaffee und rollen weiter Richtung Sora, wo wir unser Hotel, nach einer kurzen Rundfahrt durch die lebendige Innenstadt schnell finden.