20. Mai 2007
von Thomas Will
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Tag 5: Wir sind oben – geschafft!

Ein Blick aus dem Hotelzimmer in Churwalden verrät es schon kurz nach 6 Uhr: es wird ein herrlicher Tag. Gut gefrühstückt, schnell gepackt und schon geht es los. Natürlich erst einmal 400 Höhenmeter nach „oben“. Der Schweiß fließt und wir freuen uns an der herrlichen Landschaft. Lenzerheide, Brienz, eine schöne Abfahrt und dann sind wir schon in Alvaneu-Bad. Der Höhenmesser zeigt „957“ – also stehen fast 1.400 Meter zwischen uns und unserem Ziel. Heute halten sich die Motorradfahrer „in Grenzen“ und um 12 Uhr haben wir Bergün erreicht. Im Sporthotel gibt es Tomaten-, Rindfleisch- und Spargelsuppe, dazu eine große Apfelschorle und schon „stehen“ wir wieder im Berg. Langsam schrauben wir uns Richtung Albulapass. „Muss das denn sein?“ fragt sich bestimmt so mancher von uns beim Anstieg. Die Baumgrenze liegt bald hinter uns. Dafür werden die Wasserflaschen mit jeder Kehre leerer. Aber wir schaffen es. Kurz nach 15 Uhr kommen die „Ersten“ – um 15.45 unser „Besenmann“ Jürgen am Pass an. Im Hospiz heißt es Betten „bauen“. In der „Zehnerstube“ ist es zwar etwas eng, dafür aber um so gemütlicher. Duschen im „30 Sekundentakt“ ist angesagt (wegen es Wassermangels) – aber auch das ist kein Problem. Richtig schön wird es, wenn nach 18 Uhr „Ruhe einkehrt“ und die Tagesgäste längst Richtung Tal gefahren sind. Wir erleben die höchste Nacht der Euroradler und den Abschied von Joachim, der am Montag wieder Richtung Lindau rollen wird. Alles Gute.

Unser Radler Karl „Schorsch“ Hallen hat seine Eindrücke vom unvergesslichen Aufenthalt im Hospiz auf dem Albulapass in einer Skizze festgehalten, die dort im Gästebuch zu sehen ist. Der Sohn der Familie Senti hat am gleichen Abend ebenfalls für uns ein Bild gezeichnet. Mit beiden Bildern ergänzen wir unser Tagebuch.

19. Mai 2007
von Thomas Will
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Tag 4: Lieber Fahrrad als Motorrad

Wir starten bei strahlendem Sonnenschein in Lindau. Ein kurzer Abstecher nach Österreich (Bregenz) und schon sind wir in der Schweiz. Jetzt einfach immer nur dem Rhein entlang. Einfach? Manchmal war es nicht ganz einfach den Radweg zu finden, manchmal war der Schotterbelag nicht optimal. Mittags schnell ein Döner und dann ging es weiter Richtung Chur. Fast pünktlich um 15.30 ließen wir uns im Cafe „Maron“ am Bahnhof nieder. Bester Kuchen, leckerer Milchkaffee, genau die richtige Stärkung für den Anstieg danach. Aus der Stadt „raus“ und schon ging es los. Noch nerviger als die Steigung waren die Motorradfahrer. Nicht alle – aber viele. Einer von ihnen stieg von seiner Maschine und meinte wir wären krank, mit dem Fahrrad hier hoch zu fahren. Die Begründung machte aber klar, dass wohl er mehr Probleme hatte, als wir: – wir seien schuld, dass er nicht mit 80 den Pass hochfahren könne.
Wir wollen nicht ungerecht sein: den Autofahrer aus dem Engadin fuhr langsam neben uns, sprach uns freundlich durch das geöffnete Fenster an und zollte Respekt für die Art unserer Fortbewegung. Wie auch immer, kurz nach 18 Uhr waren wir im Hotel „Hemmi“ und wurden freundlich empfangen. Unsere Zimmeraufteilung wurde kräftig durchgemischt, schließlich ist jetzt Klaus „Maria“ dabei und hier in Churwalden gab es zwei Vier-Bett-Zimmer: ein Vorgeschmack auf Sonntag auf dem Albula.

18. Mai 2007
von Thomas Will
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Tag 3: Radautobahn am Bodensee

Die historische Innenstadt von Rottweil – das musste einfach noch sein. Schnell ein paar Bilder und dann ging es los. Wie aber nach Neufra kommen? Die B 14 ist für Radfahrer gesperrt und so heißt es „suchen“. Das kostet Zeit und ein paar Kilometer. Dafür lacht die Sonne. Wir kommen nach Tuttlingen. Ein „Ausflug“ durch die Innenstadt bringt Peter zwar ein halbes Kaffeestückchen, uns aber zu der Entscheidung entlang der Bundesstraße weiter zu fahren. Dank des Radweges geht das sogar ganz gut. Zur Mittagszeit erreichen wir Ludwigshafen am Bodensee und erfreuen uns in der „Krone“ an einem gemischten Salatteller und frischen Spargeln. Man hat ein Herz für Radler, serviert schnell und so kommt es, dass wir ab 14 Uhr bereits auf dem Bodenseeradweg sind. Jetzt heißt es „Aufpassen“. Fußgänger, Gegenverkehr, Bordsteinkanten, Begrenzungspfosten erfordern höchste Aufmerksamkeit. Wir schaffen es. Eine verspätete Kaffeepause in Eriskirch und um 19 Uhr sind wir bei unserem Hotel. Wir werden freundlich empfangen. Wäscheservice ist kein Problem. Die Räder kommen in die Garage und wir freuen uns auf das Menue. Schade nur, dass hier im Oktober mit dem Hotelbetrieb Schluss ist. Gekocht wird dann im Allgäu. Ach ja, ab heute sind wir ein Radler „mehr“. Klaus „Maria“ ist da. An drei Tagen aus der Oberpfalz nach Lindau geradelt, begleitet er uns jetzt bis Palermo.