6. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 8 – Radlerhosen, Aldi und Geburtstag

Bild ag 8 Abfahrt

Nichts gegen Gerhard und Jürgen – seit zwei Nächten geben sie mir Asyl in ihrem Zimmer. Aber an seinem Geburtstag kann man sich (zumindest) für ein paar Minuten zwischen 6 und zehn Minuten nach 6 Uhr in der Früh auch angenehmere Orte denken, um wach zu werden. Wie immer ist jedoch keine Zeit um darüber nachzudenken. Dafür ist Gerhard der erste Gratulant an diesem Tag (um 6.35 Uhr). Jetzt gilt es, das gewaschene Shirt und die Radlerhose zu holen. Wie so oft an den Vortagen liegt unsere Wäsche (natürlich gewaschen und getrocknet) im Hotelflur und wir machen uns auf die Suche. Wer früh kommt hat mehr zu tun, wer später dran ist findet manchmal nicht mehr das was er sucht. Beim Frühstück um kurz nach 7 entspannt sich dann folgender Dialog: „Was hast du für ein Polster in der Hose – grün oder blau“ – „ist dir meine Hose nicht zu eng“ – „von außen sehen die gleich aus“ – „ich habe nicht nach der Farbe des Posters geschaut“ – Radlergespräche zwischen Müsli, Käsebrötchen und einer zweiten Tasse Kaffee. Zu mehr ist dann auch keine Zeit – es geht auch an Geburtstagen pünktlich um 8.30 Uhr los. 16 Kilometer bis Brande – Thomas (wir haben einen zweiten) und „Besen“ Joachim sind weg. Wir warten an der Ampel. Vitamin C im Aldi war angesagt – aber es gab keines. Petra wusste Rat: ein Griff in die Satteltasche, und das Problem war gelöst. Merke: Kommunikation spart Zeit. Weiter durch Jütland. Wind und Sonne meinten es gut. Hier mal ein Handyklingeln („Blau und weiß, wie lieb ich dich“) – aber nicht immer schaffe ich es abzunehmen. Da mal eine kurze „Entsorgungspause“ im Wald – mittags sind wir in Karup. Es hebt sich Protest gegen die täglichen Pizzen – Pasta ist angesagt. Weiter durch tolle Landschaften – wieder fehlt der „Besen“. Foto machen (oder so). Langsam fahren. Auch eine Großbaustelle hält uns nicht auf.

Bild Tag 8 Baustelle

Wir sind pünktlich zur Kaffeezeit in Skive. Schoko- oder Apfelkuchen, die Apfelfraktion gewinnt eindeutig – und wieder ist Thomas weg. Mit dem Kuchen ist aber auch er da (jetzt hat er sein eigenes Vitamin C) und wir lassen es uns in Helmuth`s Cafe gut gehen. Petra zieht die Sonnenvariante vor den Cafe vor und dann geht es auch schon weiter. Ein paar Kilometer Bahndamm (muss nicht sein) und wir haben es geschafft. Das Jugendhotel in Roslev. Dreierzimmer sind nicht so der Renner – also ein Raum mehr, und alle können im gewohnten Doppel nächtigen – außer natürlich Gerhard, Jürgen und mir. Wir bekommen einen Beutel im Bettlaken, Bett- und Kopfkissenbezug (ich bin mal gespannt was noch kommt) und dann geht es „auf die Stube“.

Tabelle Tag 8

 

5. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 7 – So macht radeln Spaß – trotz des ersten (!) Platten

Tag 7 Gruppe

Nun gut, das erste dänische Bier war ein paar Euro – oder besser Kronen – teurer, aber zu dem wirklich guten (und für Radfahrer wichtig: reichlichen) Abendessen ließen wir es uns schmecken. Ein paar Blicke auf den alten Stadtkern von Tonder – und ab ins Bett. Was wir noch nicht wussten: der kommende Tag sollte der (bisher) perfekteste werden. Der Wind hatte sich an uns abgearbeitet, er kam nicht mehr von vorne, und wir ließen unseren Rädern freien Lauf. 19, 20, 21, 22, 23, … die Tachonadel ging immer weiter nach oben – es machte Spaß. Links und rechts grüne Felder und Wälder, über uns ein blauer Himmel (mit nur ganz wenig weiß), und wir wurden schon fast übermütig. Joachim hatte „Kultur“ angesagt, also ein kleiner Umweg zum Kloster Logum im gleichnamigen Ort und ein paar Stationen aus der Geschichte der Kirche.

Bild Tag 7 Piste

Weiter durch Jütland, die Landschaft bekam mehr Hügel – dafür auch wieder erste Abfahrten, und wir waren lange vor 13 Uhr schon in Brorup zur Mittagsrast angekommen. Natürlich gab es Pizza – „12 für 16“ lautete die Bestellung, und dank Willi sogar in dänischer Sprache. So gestärkt wagten wir uns an das erste Stück unbefestigter Strecke. Es waren nur zwei Kilometer, die stellten aber höchste Ansprüche an Fahrer(in) und Material – ein Vorgeschmack auf Island. Ob es die Waldpiste war oder ein Scherbe, oder ein Stückchen Metall, so genau wissen wir das nicht, aber kurz vor Billund (genau – das mit den Legosteinen) meldete Willi den ersten Platten der Tour.

Bild Tag 7 PlattenNach 870 Kilometern (bei 16 Radlern sind das 13.920 Kilometer) den ersten Platten, das kann schon mal vorkommen. Beinahe hätten wir so aber unseren Kaffee in Billund verpasst. Das Cafe schloss um 16 Uhr – wir kamen 5 Minuten später. Aber kein Problem: 16 Kaffee und zwei heiße Schokoladen (für Petra und Joachim) „to go“, dazu eine ganze Tüte mit allen „Restbrötchen“,  und wir konnten uns herrlich stärken. Während Roland und Joachim noch einen Blick ins Legoland warfen, radelten wir gemütlich weiter bis Give. Unsere Räder stehen im großen Saal, unsere Tafel ist schon gedeckt, auch wenn es mit den Duschen heute mal wieder etwas länger dauern kann (Etagenduschen!), aber dafür waren wir ja früher da.

Tabelle Tag 7

 

4. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 6 – Endlich Sonne und Fisch am Hafen in Husum

So schnell waren wir noch nie im Bett. Das lag nicht an den Grillkünsten in der „Jägersburg“ oder den tollen Salaten, sondern an der abendlichen Kühle in Schleswig-Holstein. Da half auch der Aquavit wenig. Auch nachts wurde es nicht allen warm, aber dafür weckte uns erstmals die Sonne. Auch der Wind hatte sich ein wenig mehr gelegt und gestärkt von einem guten Frühstück, ausgestattet mit einem kleinen Lunchpaket, machten wir uns auf unseren Weg nach Norden. Schon nach 18 Kilometer – in Heide – der erste Halt. Jochen hatte Probleme mit dem Tretlager und es musste eine neue Pedale her. Solche Pausen sind dann immer gut für alle möglichen „Geschäfte“. Hier ein Telefonat, dort noch ein wenig Luft auf den (vollen) Reifen – aber zur Sicherheit (!?) – kann ja nicht schaden. Weiter radeln. Roland, bei allen technischen Fragen (Nico kann sich freuen) und beim Navigieren ein Könner, schätzte die Leistungen unserer Gruppe –gegen den Wind – ein wenig zu hoch ein. Ein dezenter Hinweis und vorne wurde gewechselt.

6. Tag, Fisch in Husum

Bis Husum kamen wir gut voran. Im Hafen tolle Sonne und noch besseren Fisch in allen Variationen. Diesmal bekam jeder von uns eine Portion, nicht wie bei der Pizza an den Vortagen (jeder bedient sich). Nur Rudi muss da etwas verwechselt haben – aber auch das war für uns kein Problem. Weiter durch die Innenstadt gen Norden. Das Handy klingelt. Herr Bauer von Lexxi-Sport (unserem Trikotausrüster) teilt mit, dass die beiden nachbestellten Windjacken da sind. Klasse, Roland und Caroline können sich freuen, in Island können sie damit fahren. Wir machen Kaffeepause beim Postbäcker in Lindholm. Jochen gibt „auf die Pedale“ einen aus. 16 Becher Kaffee, fast alle Kuchenstücke und noch die Stückchen vom Vortag (zum halben Preis) – Radler haben einfach Hunger. Jetzt noch 30 Kilometer. Mit jedem davon kommt Dänemark näher. An der Grenze das „übliche“ Bild, und dann haben wir ein weiteres Land auf unserer Europakarte „angeradelt“. Erradeln wollen wir es bis zum Wochenende.

6. Tag, Dänemark Grenze

Tabelle Tag 6