1. Juni 2013
von Thomas Will
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Tag 3 – Rahmenbruch und Herbstnebel

 

Rahmenbruch

Alles zählen half nichts. Wir waren nur „14“ beim Start in Paderborn. Roland hatte seinen Job als „Ersatzbesen“ so gekonnt verrichtet, dass er das gelbe Leibchen heute offiziell verliehen bekam. Jochen wollte in Minden nicht nur einen Blick auf die Schiffsmühle werfen und Dietrich war nach seinem „Lost und Frusterlebnis“ vom Vortag nicht für das Fahrrad zu begeistern. Wir verließen im Morgennebel Paderborn und gewannen langsam an Höhe. Wie aus dem nichts (der Dunst hatte ganze Arbeit geleistet) tauchten die ersten Steigungen des Teutoburger Waldes auf. Vielleicht war das Wetter 9 nach Christus genauso. Aber während die Gedanken noch bei „Hermann“ und seinem Sieg waren, hatte Axel seine Schlacht verloren. Nein, nicht die steilen Anstiege, sondern das Material zwangen ihn seine Niederlage einzugestehen. Rahmenbruch – Gepäck abladen – zu Hause anrufen – bis Detmold vorsichtig rollen – von Dagmar abholen lassen – gemeinsam im Hotel in Stolzenau übernachten. Es hat geklappt und vielleicht ist der Frust bei Axel nicht ganz so groß, denn er hatte seine diesjährige Tour nur als Kurztrip geplant – in Zewen wollte er den Staffelstab an Alf weitergeben. Für uns ging es weiter. Zwischen Lemgo und Vlotho gab es keine Möglichkeit zu einer Rast. Dafür wurden wir in der Pizzeria „Roma“ von Guiseppe entschädigt. 10 Pizzen für 14 Radler – das passt und die waren nicht nur gut, sondern zwangen uns ebenso nur zu einem kurzen Boxenstopp. Ja, der Weserradweg war unpassierbar – alles unter Wasser (übrigens: Jochens Schiffsmühlenbesuch fiel ebenfalls ins Wasser) – und so schlängelten wir uns durch Gewerbegebiete und über Hauptstraßen bis nach Minden. Auch hier: beim Radweg „Land unter“. Also weiter auf der „M“-Spur bis Petershagen. Im Amtsgericht Kaffee und Käsesahne oder Pflaumenstreusel (danke Rudi).

 Amtsgericht

Gerhard musste ein paar Zusatzkilometer fahren, er hatte beim Zwischenhalt vorher sein Melkfett vergessen. Auch mit ihm ging es weiter gegen den Wind bis zur Post in Stolzenau. Jochen, Dietrich, Dagmar und Axel waren kurz vor uns gekommen. Alle also wieder zusammen

Tabelle Tag 3

31. Mai 2013
von Thomas Will
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Tag 2 – Regen, Wind und ein verlorener Dietrich

Bild Tag 2 Heu

Wie war das denn nun mit dem Schlafen im Heu? Na, ja – man muss sich daran gewöhnen, dass es ab und zu „pikst“, der Geruch ist dagegen durchaus angenehm und wenn überhaupt etwas gestört hat, dann die Schlafgeräusche. Ob es am Heu lag, oder am Wettlauf um die Dusche, wir waren früh wach und der Blick aus dem Fenster stimmt uns keineswegs hoffnungsfroh. Es war nass – sehr nass. Also: direkt nach dem Frühstück ab in die „schweren“ Radklamotten. Wir sahen dafür nicht aus wie die „Euroradler“, sondern mehr wie eine bunte Truppe. Frankenberg, Sachsenberg, Goddelsheim – noch kam von oben nur wenig Wasser, dafür blies uns der stürmische Wind fast vom Rad. Wir kämpften uns nach Korbach und jetzt begann es zu schütten. Bis Adorf schafften wir es. Jetzt mussten wir Pause machen. Ein „Schnellimbiss“ mit Pizza, Nudeln, …. und es war warm.

Bild Tag 2 Regenrad

Aber wir waren nur 14 – wo waren Dietrich und der „Besen“ Rudi? Per Handy erfuhren wir es. Ein dringendes Bedürfnis, und schon hatten sie uns verloren. Wiederfinden zwecklos. Rudi strampelte alleine gegen Wind und Wetter bis ins Hotel nach Paderborn. Dietrich nutzte – entnervt von Kälte und Regen – den Bus. Wir dagegen radelten weiter und wurden belohnt: am späten Nachmittag hatte die Sonne die Wolken vertrieben. Im Hotel bekamen unsere Räder einen eigenen Konferenzraum und wir einen weiteren Radler hinzu: Klaus „Maria“ aus Eschenbach ist jetzt für vier Wochen mit dabei.

Tabelle Tag 2

30. Mai 2013
von Thomas Will
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Tag 1 – Eigentlich – war es ein toller Start

Bild Tag 1

Eigentlich sollte es regnen, eigentlich darf man mit den Rad nicht auf der Autobahn fahren, eigentlich hätten am Abend „nur“ 144 Kilometer auf dem Tacho stehen sollen -. Aber was ist schon „eigentlich“. Real ging es um 6.10 Uhr im Hessenring los. Noch lagen Wolken und Nebel über dem „Blauen Ländchen“ und der Himmel sah mehr nach Herbst und Regen, als nach Frühling und Mai aus. Und so war es dann auch. Die Feldwege waren Schlammtrassen und nicht befahrbar. Um auf dem Asphalt zu bleiben kam Kilometer um Kilometer dazu. Im Hofheim dann noch die falsche Ausfahrt und so blieb nur das Lorsbachtal und die Hochtaunusstraße. Oberursel – Bad Homburg –Autobahn und dann der Anstieg zur Saalburg. Mit der Sonne kam der Schweiß und wir waren froh uns im „Äbbelsche“ in Wehrheim zum Frühstück stärken zu können. Jetzt hieß es Abschied nehmen. Unsere Begleiter zog es zurück nach Bischofsheim. Sie machten den Umweg über den Feldberg, stärkten sich bei einer Linsensuppe und hatten am Abend 1.600 Höhenmeter bewältigt. Wir radelten nördlich: links die dunklen Regenwolken über dem Taunus, rechts die Sonne über der Wetterau. In Gießen hielten uns ein paar rote Ampeln auf und so kamen wir erst um 14 Uhr zu „Penne Arabiata“ in Lollar an. Die Pasta gab Kraft für die kommenden Kilometer. Wir änderten die Route, denn die Feldwege waren immer noch unpassierbar. Aber auch auf dem Lahnradweg stand ab und zu das Wasser. Also gut – noch ein paar Asphaltkilometer mehr und über Cölbe, Wetter und Münchhausen ging es nach Bottendorf. Noch eine Steigung und wir waren in unserem Hotel.

Acht von uns bekamen Betten mit Matratzen und Laken, sieben durften im Heu nächtigen. Bevor es dazu kam sorgte ein gutes Wildgulasch im „Alten Krummery“ für die nötige Bettschwere. Was sich dann im Heu tat, darüber mehr am Freitag.

Tabelle Tag 1