25. Juni 2011
von Thomas Will
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Tag 31 – Von der Adria bis in die Schweizer Alpen

Nein, die Höhenmeter die wir mit dem Auto gefahren sind haben wir nicht mitgezählt. Die stolze Zahl von 30.786 Metern haben wir erradelt, an den Tagen zwischen Bischofsheim und Monemvasia. Da gab es sicherlich auch einmal eine flachere Etappe, aber im Schnitt waren es mehr als 1.000 Höhenmeter am Tag – ich finde eine stolze Leistung. Die heutige Tabelle zeigt dies im Detail einmal auf. Die Überfahrt nach Italien war ruhig. Nur am Samstagvormittag gab es ein paar leichte Wellen. Trotzdem hatte unsere „Superfast“ Verspätung. Dies scheint bei den Fähren im Mittelmeer an der Tagesordnung zu sein. Nach den Erfahrungen vor zwei Jahren hatte ich dies aber bei den Planungen berücksichtigt, so dass wir für die 504 Autokilometer in die Schweiz genügend Zeit hatten. Zuvor mussten wir uns von Alf verabschieden. Er wird die Strecke zwischen Ancona und der Mainspitze mit dem Fahrrad zurücklegen. Er hat noch nicht genug vom Sattel. Wir verabschieden ihn herzlich und machen uns auf den Weg. Es läuft erstaunlich gut, trotz der großen Baustelle zwischen Ancona und Bologna. Diesmal sind wir noch am Tag „in der kleinen Ameise“ in Sagno, vor vier Jahren war es Mitternacht. Noch einmal in guter Mittelgebirgsluft durchatmen und dann am Sonntag „ab nach Hause“.

24. Juni 2011
von Thomas Will
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Tag 30 – Frühes Frühstück und Probleme mit den Schlüsseln

Noch einmal hieß es „früh aufstehen“. Nur Klaus „Maria“, Joachim, Karsten und Caro konnten liegen bleiben. Sie haben noch einen Urlaubstag in Monemvasia. Wir trafen uns pünktlich um zehn Minuten nach sechs – beim Sonnenaufgang – vor unserem kleinen Hotel, das teilweise in den Berg und seine Befestigungsanlagen hineingebaut ist. Belegte Brötchen, Kaffee, Kuchen und Obst – wir sollten doch bitte die restlichen Orangen mitnehmen – noch einmal konnten wir die griechische Atmosphäre genießen. Um uns herum kleine Kätzchen, hinter uns die glutrote Sonne und neben uns das Meer. Aber wir hatten keine Zeit mehr. Mit Satteltasche und Rucksack ging es zu unserem Bus. Gepäck rein, Anhänger ran – und los. 350 Kilometer bis Patras. Zuerst nach Sparta, dann nach Tripoli – und dann sechzig Kilometer Autobahn. Wir kamen gut voran, auch über die gesamte Baustelle, die zwischen Korinth und Patras als Autobahn (mit Maut!) bezeichnet wird. In Patras zeigte ein Busfahrer mehrfach auf unseren Anhänger. An einer Ampel waren zwei Menschen aus Asien auf den Anhänger geklettert, hatten (erfolglos) versucht, die Ösen zu öffnen, sprangen aber wieder ab, als wir es bemerkten. Es ging ihnen wohl weder um unsere Räder, noch um unser Gepäck (was soll man auch mit verschwitzter Wäsche), als um eine Möglichkeit, nach Italien und Deutschland zu kommen. Später im Hafen wurde uns dies bei gründlichen Untersuchungen noch einmal bestätigt. Dann rauf auf unsere Fähre – rückwärts mit Anhänger einparken (ohne Karsten!) – aber Dank eines freundlichen Griechen und seiner direkten Anweisungen hat es problemlos geklappt. Mit den Kabinen war das nicht ganz so einfach. Bei der Kontrolle wurden unsere Schlüssel mit den Boardingcards „neu gemischt“ und schon befürchtete so mancher die Nacht auf dem Flur verbringen zu müssen. Carmen behielt die Ruhe – probierte und sortierte, und so konnten wir uns einen Kaffee gönnen und uns bei strahlend blauem Himmel auf eine schöne Überfahrt freuen. (Mein Bericht kommt heute bereits früher, da es auf See keine stabile Internetverbindung gibt).

23. Juni 2011
von Thomas Will
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Tag 29 – Von der Ägäis bis zum Nordatlantik

Island – wird das Ziel unserer Radtour 2013 sein. Die geheimnisvolle Insel im Norden Europas ist genau der richtige Akzent nach den tollen Erlebnissen auf dem Balkan und in Griechenland. „Wie kommen wir denn dort hin?“ – „Über Jütland und Norwegen oder über England und Schottland?“. Kaum ist das Ziel genannt, da wollen viele Euroradler schon Details wissen. Aber bis dahin ist es noch etwas Zeit. Klar ist nur, dass es wieder verschiedene Optionen gibt, aber zehn Tage radeln auf der Insel im Nordatlantik werden ebenso dazu gehören wie eine entspannende Schiffseise. Bis Weihnachten muss man sich aber jetzt in Geduld üben. Noch dominiert die Ägäis und nicht das Nordmeer, noch herrschen Temperaturen über 30°C und an warme Bekleidung muss man nicht denken. Dafür denken die Euroradler an Abschied. Stephan und Jochen F. starteten heute in aller Frühe mit dem Taxi nach Kalamata wo sie kurz vor zehn ankamen und dann abhoben. „Ich bin gerade die Tür herein“, so Stephan um 19.22 Uhr unserer Zeit (eine Stunde früher in Bischofsheim). Er und Jochen wurden sogar am Flughafen abgeholt. Gabriele machte sich mit den Bus auf den Weg nach Athen, und wir verluden ihre und unsere Räder, damit wir am Freitag um 7 Uhr in Richtung Patras starten können. Wie gut aber, dass es für uns noch einen Tag in Monemvasia gab. Die Oberstadt zu besichtigen ist ein wahres Abenteuer. Viele Ruinen und Befestigungen zeugen von der großen strategischen Bedeutung des Felsens, den wir am gestrigen Abend von einer ganz anderen Seite sehen konnten. Nach einen schönen Schwertfischmenü im „Matoula“ (toller Blick von der Dachterrasse) konnten wir auf dem Dorfplatz noch ein Konzert mit griechischer Musik genießen. Karsten hatte eine kleine (spontane) Weinprobe organisiert, und wir saßen noch lange auf den Treppenstufen vor der Kirche. Wer Lust hatte, ließ den Abend dann mit einem Glas Rotwein – vor unserem Hotel – in den neuen Tag hineingleiten, der unser letzter auf der Insel sein wird – für einige aber auch genügende Gründe bietet irgendwann einmal wiederzukommen.