Ein ganzer Tag ohne Fahrrad, zumindest für die meisten von uns. Und doch – die Rituale und Gewohnheiten der vergangenen vier Wochen sind so ganz doch nicht auszuschalten. Zwar kann man dies abends mit dem Wecker tun, doch wenn die innere Uhr auf 6.15 Uhr programmiert ist, dann kann man sehr wenig dagegen tun, außer sich vielleicht noch einmal umzudrehen. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten: morgendliches Schwimmen. Diese Variante wählte Stephan, der musste –genau wie Jochen F. – den Tag auch besonders gut nutzen, schließlich geht es für beide am Donnerstag schon zurück nach Deutschland. Aber eines war doch anders: beim Frühstück konnten wir uns Zeit lassen, ich hatte genügend Muße, um Mainspitze und Echo zu lesen und richtig Lust auf die zweite und dritte Tasse Kaffee. Ein Rundgang durch Monemvasia, bevor es von Touristen in Beschlag genommen wird war für uns ein Muss. Gabriele und Klaus (Maria) wurden mit ihren Rädern gesichtet (sie konnten es nicht lassen), und Caro, Karsten, Carmen und ich versuchten den Winzer zu finden, der für den bekannten Wein verantwortlich ist. Wir fanden ihn – und jetzt ist schon das erste Highlight für den Nachbereitungsabend gesichert. Unser roter Hänger ist mittlerweile auch der Polizei bekannt. Da es in Monemvasia keine Parkplätze gibt,
stehen die Autos in einer Reihe am Straßenrand vor der Stadt. Autos – aber keine Anhänger. Und so machte uns heute eine Polizeieskorte darauf aufmerksam, dass der Hänger hier nicht bleiben könne. Karsten und ich parkten ihn ein wenig um und schlugen „zumindest noch eine Nacht“ heraus. Diese Nacht beginnt heute mit einem Klavierkonzert von Jochen F. in der Bar Camelot –
quasi als Einstimmung auf unser Abendessen – diesmal ganz dem Meer gewidmet, gibt es Fisch. Ach ja, eine Frage ist bisher noch unbeantwortet: wo es in zwei Jahren hingeht, wissen nur die Eutroradler, die beim gestrigen Abendessen dabei waren. Morgen steht es dann auch hier im Blog.
22. Juni 2011
von Thomas Will
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ob die Griechen sich von meinen Sparvorschlägen beindrucken lassen (?), aber die ganzen Manfreds, Inges, Bernhards, Gerds, sind erst einmal mehr als 2.900 Kilometer weit weg. Jochen war wieder da. „Die erste Runde heute Abend geht auf mich“, so sein Kommentar, noch von Schweißperlen gezeichnet. Wir reichten ihm eine Flasche Wasser, und dann ging es weiter (nach oben). Die Straße nach Kermasti war stellenweise in einem hervorragenden Zustand, neu, glatt und ohne jeglichen Autoverkehr – aber stellenweise auch nur geschottert. So wurden auf zwei Kilometern aus den Euroradlern die Euroschieber. Tolle Mittelgebirgslandschaften entschädigten für die Schinderei, aber unsere Mittagsrat konnten wir erst in Richia einlegen.
Karsten und Gerhard hatten alles wieder toll organisiert, und so konnten wir die dann kommenden zehn Kilometer Abfahrt wirklich genießen. Langsam stieg die Spannung – jetzt noch zwölf Kilometer – wir konnten die Felseninsel schon sehen. Bilder – Kaffee – Wasser – jetzt noch zehn Kilometer – jetzt das Ortschild – Bilder – die Brücke: wir sind da. Eine junge Griechin macht das traditionelle Gruppenbild. Wir radeln noch ein paar hundert Meter, und dann endet unsere Tour vor den Mauern des mittelalterlichen Ortes. Die Räder werden verpackt – wir haben es geschafft. Jetzt erst einmal ausruhen – verarbeiten, dass wir wieder über 3.000 Kilometer nur mit Muskelkraft zurückgelegt haben. 

dem Plan. Zuerst schön flach über Mili bis Astros, dann aber „Wellpappe“ für Fortgeschrittene. Neunzig Meter nach oben, siebzig nach unten, wieder 120 Meter hoch und wieder 100 Meter nach unten. So setzte sich unsere Etappe bei hochsommerlichen Temperaturen und strahlend blauem Himmel fort. Ob nun das Meer oder der Himmel über uns dunkelblauer waren, darüber konnten wir uns auf den letzten 15 Kilometern vor der Mittagspause Gedanken machen. Stephan zog mich mal wieder eine Steigung nach oben, Karsten und Gerhard hatten Salat, kleine Hackfleischbällchen und Pommes organisiert, und wir konnten auf der Terrasse hoch über dem Meer eine kurze Pause einlegen. Die wurde aber länger. Schon hatten sich alle auf die Abfahrt eingestellt, da kam die Meldung „Carmens Vorderrad ist platt“. Josef fackelte nicht lange,
Vorderrad raus, Schlauch gewechselt, Vorderrad rein, Bremse nachgestellt – und los ging es. Aber es ging nur zehn Kilometer gut. „Carmens Vorderrad ist platt“. Nochmal die gleiche Prozedur. Josef, Joachim, Stephan und Jochen F. machten sich erneut an die Arbeit. Um es vorweg zu nehmen: diesmal hielt der Schlauch die Luft und Dietrich musste sich keine Gedanken machen, als Plattenkönig abgelöst zu werden. Dafür, dass die Gruppe zwei Mal eine ungeplante Pause einlegen musste, geht die erste Runde heute Abend auf Carmen. So haben Platten auch noch etwas Gutes. Ach ja – auch zu Dietrich gibt es natürlich eine aktuelle Materialmeldung. Er hat heute einen Totaldefekt an seiner rechten Sandale. Wer unseren Blog regelmäßig liest, wird sich erinnern: die waren extra nach Patras eingeflogen worden. Wir aber wollten nur noch in unser Hotel. Sogar der nachmittägliche Kaffee wurde nur unter teilweisem Widerspruch möglich – denn die Euroradler wollten an diesem Nachmittag an der Ägäis nur eines: die Radlerhose mit der Badehose tauschen.