19. Juni 2011
von Thomas Will
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Tag 25 – Mykene, Korinth, Epidauros – an einem Tag (und Fahrrad gefahren sind wir auch)

Mit den Eindrücken der Burg, des Löwentores und der netten Bewirtung im „Petite Planet“ machten wir uns auf den Weg nach Korinth. „Eigentlich könnten wir es ja einfacher haben“, meinten einige Radler nach dem Kartenstudium am Abend, denn nach Epidauros kann man auch direkt fahren. „Stimmt, aber dann sehen wir die Straße von Korinth nicht“. Also, auf nach Korinth. Zuerst einmal zehn Kilometer und 200 Höhenmeter „nach oben“. Thomas (Johann) und Alf betätigten sich als morgendliche Zugpferde, und so waren wir schon nach zwei Stunden an unserem Zwischenziel. Die Stadt „schenkten wir uns“. Jochen F. und Joachim unterstützten mich bei der Navigation, immer parallel zur Bahnlinie und zur Autobahn – leider durch die unschönen Industriegebiete der Stadt – und dann waren wir da. Eindrucksvoll, so über dem Kanal zu stehen und den Schiffen zuzusehen. Lange konnten wir nicht verweilen, ein paar Bilder eine kurze Trinkpause – und dann mussten wir schon weiter. Der Autoverkehr auf der Küstenstraße nahm zu, die Steigungen auch – schön, dass wir zumindest Rückenwind hatten – und dann die Frage: bleiben wir auf der Hauptstraße, oder biegen wir rechts nach Rito ab. Wir blieben auf der Hauptstraße, vom Höhenprofil her dürfte es kein Unterschied gewesen sein, und dann gab es hoch über dem Meer eine schöne Moussaka zur Stärkung. Gerhard und Karsten hatten mal wieder genau die richtige Wahl getroffen. Jetzt wurde es wieder heiß. Strahlend blauer Himmel, kaum eine Wolke und der Ruf nach Wasser und Sonnencreme wurde lauter. Jochen F. spendierte eine Runde „Fanta“, Dietrich kam beim Zurückschalten am Anstieg nicht aus seien „Klickpedalen“ (an alle die ihn kennen und sich um ihn sorgen: es ist nichts „schreibenswertes“ passiert). Jetzt wollten wir eigentlich noch eine Kaffeepause einlegen – nur was macht man, wenn kein Cafe kommt? Weiterfahren – Wasserreste aufteilen und hoffen, dass die Steigung bald zu Ende ist. Dann rechts Ligourio – 500 Meter weiter unser Hotel. „Kaffeezeit – Wartezeit – Ausruhzeit“, und danach ein Besuch im 2300 Jahre alten Theater, das noch heute 14.000 Zuschauer fasst. Damals war dieser Bereich nicht nur Vergnügungsstätte, hier fanden sich Tempel und Krankenhäuser. Beeindruckend – hier wurde der Gott der Heilkunde Asklepius verehrt. Wir wenden uns profaneren Dingen zu, testen die Akustik im Theater. Rudi gibt uns einen kleinen Eindruck seiner Sangesqualitäten und bekommt Beifall. Viel Zeit haben wir nicht, das Abendessen ist für 20 Uhr bestellt. Mal sehen, was es gibt.

18. Juni 2011
von Thomas Will
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Tag 24 – 44° C am Nachmittag

Die Zeit im Mittelgebirge ist zu Ende. Jetzt gilt es nicht nur im Kampf um Höhenmeter und steile Abfahrten zu bestehen, sondern auch im dem gegen die Hitze. Der Samstag sollte dazu gleich ein gutes Beispiel bieten. Los ging es in Levidi auf über 800 Meter Seehöhe. Morgennebel lag über den Hochtälern, und auf den ersten zehn Kilometern ging es erst einmal gemütlich bergab. Dann aber mussten wir ran. 600 Höhenmeter waren zu überwinden. Dietrich bog erst einmal falsch ab, hatte uns aber schnell wieder – Kandila liegt nämlich nicht nur neben, sondern auch an der Hauptstraße. Unseren ersten Pass hatten wir schon um ½ 11 erreicht. Was für Ausblicke. Karsten und Gerhard – unsere Buscrew – waren zur gleichen Zeit da und versorgten uns mit frischem Wasser. Jochen und sein Steppenwolf stießen bei der Ankunft erst einmal einen Entlastungsschrei aus und Jochen fragte sich und uns, warum er sich dies (in seinem Alter) noch antue. Diese Frage blieb bisher unbeantwortet. Dafür konnten wir jetzt unsere Räder laufen lassen. 16 Kilometer ging es bergab – die Tachonadel sprang zeitweise über die „60“, aber wir wussten – es ging wieder nach oben. Zwei giftige Kehren vor Psari, frisches Wasser (und Fanta Lemon mit einem Haltbarkeitsdatum von 2009), und weiter ging es. Auch nach Nemea hinunter hätte es eine schöne Abfahrt werden können, aber irgendwie müssen wir in die Vorbereitungen zu einem Autorennen geraten sein. Auto um Auto kam uns entgegen, viele Fahrer schnitten die Kurven und wir mussten höllisch aufpassen. Nach 66 Kilometern freuten wir uns auf die Mittagspause. Gerhard und Karsten hatten Hühnchen mit gebratenen Kartoffeln geordert. Die erste Reaktion „schon wieder“ verflog, als wir die tolle Zitronensoße probiert hatte. Unser sehr bemühter Wirt gab uns noch zwei Flaschen Wasser mit auf den Weg – gerade richtig, denn das Thermometer zeigte jetzt 44° C. Sonnencreme und Wasser wurden und werden zu den wichtigsten Utensilien von uns. Nur noch 20 Kilometer bis Mykenai. Jochen F. vorneweg – dann flogen Alf und Stephan vorbei, Jochen (Steppenwolf) war das zu schnell, wir warteten. Jetzt ein neuer Sprint. Auf einmal war (sogar) Gabriele vorne. Was zog so magisch an? Das Hotel? Die Ausgrabungsstätten? Der Nachmittagskaffee? – Vielleich von allem etwas. Dann waren wir da. Kurz vor 3 Uhr. Toll. Karsten und Gerhard hatten schon Kaffee geordert. Binnen weniger Minuten stand alles auf dem Tisch. Wir waren schon in vielen Hotels zu Gast, aber im Petite Planet wurden wir mit einer unbeschreiblichen Herzlichkeit empfangen. Jetzt eine Runde im Hotelpool. Dazu bekamen wir ein Glas gekühlten Saft. Einfach nett – solche Gesten. Auch hier könnte man ein paar Tage Urlaub machen. Wir müssen aber am Sonntag weiter. Noch haben wir ein paar Stunden. Die nutzen wir für einen Bummel durch die historischen Stätten. Gigantisch –die Burg- und Palastanlage – das Löwentor …….. und der Blick auf unsere kommenden Kilometer.

17. Juni 2011
von Thomas Will
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Tag 23 – Klaviermusik – Plattenkönig und Ausfallerscheinungen

So ganz bin ich mir nicht sicher, für wen beim Abendessen in Olympia die Bewunderung größer war. Für uns Radler – denn auf jedem unserer T-Shirts konnten die übrigen Gäste unsere bisher gefahrene Route sehen, oder für Jochen F., der als zweites Dessert in die Tasten des Pianos griff. Klar war aber, Jochen erhielt mehr (hörbaren) Beifall. Wenn die ersten Kilometer einer Tagesetappe täuschen können, dann war dies am Freitag der Fall. Wir konnten es vom Hotel aus erst einmal rollen lassen. Vorbei ein den Ausgrabungsstätten, dann die Frage: nach rechts den Fluss entlang oder nach links den Berg hoch? Thomas (Johann) plädierte für die rechte Variante und er hatte Recht. Ein paar Höhenmeter gespart. Die sollten aber noch kommen. Was kam, war zuerst einmal ein Totalausfall meines Tachos. Dann zeigte er zumindest noch die aktuelle Höhe an, gut – dass ich für die Geschwindigkeit auf das kleine GPS-Gerät zurückgreifen konnte. So sind die Daten der heutigen Tabelle Carmen und Rudi zu verdanken. Kurz danach der zweite technische Defekt. Platten – beim wem? Bei Dietrich. Nicht schon wieder. Er ist seit heute unser „Plattenkönig“. Schon drei Mal hat es ihn erwischt. Jetzt seine Idee: der Mantel von hinten kommt nach vorne – und der von vorne nach hinten. Ein Plattfuß am Vorderrad geht schneller zu beheben. Es gäbe noch eine andere Variante: ein neuer Mantel. Nun gut. Wir ließen uns davon nicht lange aufhalten und schafften uns nach Langadia hinauf. Der touristisch erschlossene Ort liegt malerisch auf 920 Meter Seehöhe. Es war Zeit für einen Mittagsimbiss. Toller Ausblick von der Terrasse – frisch gepresster Orangensaft und einen Bauernsalat sowie Spagetti – genau das Richtige für Radfahrer. Guter Service – doch 7 € für seinen Salat, da stimmt etwas mit der Kalkulationsgrundlage nicht. Auch mit dem Wetter schien etwas nicht zu stimmen. Wieder Wolkenberge am Himmel. Wir mussten weiter „nach oben“. Jetzt die ersten Tropfen. Muss das denn sein? Jetzt Regen. Wo unterstellen? Rechts eine Garageneinfahrt. Zehn Minuten warten. Jetzt war die Gruppe wieder zusammen. Die Radler(innen), die unserem Besen Stephan Gesellschaft leisteten, wurden nicht nass. Also: wer zuletzt ankommt, der bleibt trocken. Aber eigentlich hatten wir es ja geschafft. Noch einmal 150 Meter nach oben. Der höchste Punkt bei 1151 Metern, und dann konnten wir es erst einmal rollen lassen. Tolle Ausblicke, die Sonne kam wieder und wir genehmigten uns 17 Kilometer vor Levidi noch einen Kaffee (an einer Tankstelle). Jetzt eine warme Dusche – toll im Kallistohotel. Unsere Buscrew war natürlich schon da. Karsten, Caro und Gerhard hatten bereits das Gepäck der „Abwerfer“ und „Genussradler“ in der Hotelhalle aufgereiht. Alf war auch schon da (nicht natürlich). Irgendwo beim letzten Anstieg muss er wohl den Kontakt (nach hinten) verloren haben. Vielleicht brauchen wir auch mal einen „Besen“ am Anfang der Gruppe.