13. Juni 2011
von Thomas Will
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Tag 19 – Endlich Griechenland – oder: Doppeldusch am Nachmittag

…… und sie saßen noch eine ganze Zeit mit uns am Tisch. Äpfel mit Zimt zum Dessert oder ein Stück Kuchen, noch ein Glas des roten Albaners, jetzt noch ein Lied, die Stimmung war der Situation angemessen. Gabriele mahnte zum Aufbruch. Da war sie noch alleine. Also der erste Transfer (nur für sie) zum Ausweichhotel. Die anderen „4“ machten sich eine Stunde später auf den Weg – am kommenden Vormittag waren sie wieder da – pünktlich zum Frühstück. Es gab – wie immer – verschiede Sorten hausgemachter Marmelade, Eier, Ziegenkäse, Milch – und auf unsere herzliche Bitte auch Kaffee. Dann ging es bei strahlendem Sonnenschein los. Zuerst noch für fünf Kilometer nach oben, dann auf gleicher Höhe – welch ein Panorama am Pfingstmontag – und dann 14 Kilometer nach unten. Jedes Radfahrerherz würde höher schlagen. Unseres auch, aber in ganz anderer Hinsicht, denn wir sorgten uns um unser Material. Schlagloch an Schlagloch, teils Schotter, teils –„nichts“, und doch war es ein Erlebnis. Kein Platten, kein Speichenbruch. Jetzt der letzte albanische Kaffee und dann ab zur Grenze nach Griechenland. Die Straßen wurden besser, das Hupen, das in Albanien zwar immer freundlich gemeint war (aber doch manchmal störte), nahm schlagartig ab, und wir machten uns auf den Weg nach Ioannina. Noch einmal 400 Meter nach oben und das in gleißender Sonne, das Thermometer zeigte wieder weit über 30° C, doch wir kamen alle an. Zwischendrin ein Anruf von Caro und Karsten: Sie hatten gerade die Grenze zwischen der Schweiz und Italien passiert, und wir ließen uns das erste Gyros schmecken. Jetzt nur noch 30 Kilometer, jetzt nur noch 15 – die ersten Tropfen, es regnete, rechts eine Tankstelle … in letzter Sekunde (trocken) angekommen. 15 Kaffee – halt – wo ist Karl? Weg – den hatten wir beim letzten „Stopp“ doch wirklich sitzen lassen. Was soll`s, bis der letzte Kaffee aus der Maschine kam, war auch Karl da. Jetzt ab ins Hotel. Aber fünf Kilometer vorher kam dann doch der Regen. Muss das denn sein –die Dusche haben wir doch gleich – und dann noch warm! Im Hotel „Olympic“ können wir unsere Räder im Konferenzraum unterstellen. Wäscheservice gibt es leider keinen. Bei der Besprechung unseres Dinners im Restaurant und dem Tischwein merke ich, wir sind wieder in €-Land.

12. Juni 2011
von Thomas Will
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Tag 18 – Wolkenbruch und Geruchsunterschiede

„Frühstück um 7 Uhr – Wäsche um 8 Uhr“ – auch in Pogradec waren 90 Minuten vor der Abfahrt genau geplant. Aber es kam wieder einmal anders. Um 7 Uhr war unser Frühstücksbuffet noch sehr spartanisch gedeckt – aber mit jeder Minute kamen ein paar Ergänzungen dazu. Marmelade, Eier, Brot und schließlich auch (in kleinen Portionen) der Kaffee. Nun gut, aber das sollte nur der Vorgeschmack für den Wäscheservice sein, der uns extra um 21 Uhr am Vorabend noch angeboten wurde. Zehn Minuten nach 8 Uhr kamen unsere Shirts und Radlerhosen –frisch aus der Waschmaschine: sauber – aber nass. Wenn wir gewusst hätten, was uns am Nachmittag erwartet, dann hätten wir sie einfach angezogen. So fuhren wir als bunte Truppe los. Teils im T-Shirt, teils mit „nasser“ Hose. Unterwegs hieß es dann „umziehen“. Männer haben es da wirklich einfacher. Die ersten vierzig Kilometer vermittelten uns einen Eindruck von der ostalbanischen Landschaft. Auf fast 1000 Metern Seehöhe fruchtbare Felder, grüne Landschaften und herrliche Ausblicke. Dazwischen ein Kaffee, und dann weiter nach „oben“. Die Orte wurden weniger, die Gehöfte einsamer und die Möglichkeit, etwas zu Essen zu bekommen, gingen gegen Null. Nach 80 Kilometern kam Erseke – und jetzt hatten wir Glück. Es gab Suppe, Salat, Reis und Frikadellen. Klasse! Und jetzt ging es erst richtig los. Der Himmel öffnete seine Schleusen und es regnete, nein: es schüttete, nein: es goss – nein: mir fehlen die Worte, um diesen Wolkenbruch zu beschreiben. Nach einer Stunde war alles vorbei. Wir fuhren weiter. Der Himmel wusste nicht so recht, ob er weinen oder lachen sollte, die Straßen waren schlechtere Feldwege und wir mussten weiter. Noch ein Kaffee, und wir waren da: In Kabash – drei Hütten mitten im Wald. Richtig romantisch. Aber nur für zwölf Personen. Fünf von uns müssen dort schlafen, wo wir kurz zuvor Kaffee getrunken haben. Das sind nur zwei Kilometer, und eigentlich sollten die fünf (Gerhard, Alf, Stephan, Gabriele und Josef) direkt nach unserer Ankunft dorthin gebracht werden. Wurden sie aber nicht. Also „mussten“ wir mit ihnen gemeinsam zu Abend essen und ihre Gerüche ertragen. Mit jedem Glas Rotwein aus dem Fass wurden die Gerüche weniger intensiv und die Laune besser. Noch sitzen die „5“ bei uns am Tisch …….

11. Juni 2011
von Thomas Will
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Tag 17 – Fast 2000 Höhenmeter (ohne Mazedonien) und Thomas (Johann) ist wieder da

Sehr oft bewegen sich unsere Tage zwischen Abendessen und Abendessen. So auch am Pfingstwochenende. In Tirana war für uns im Marc Chagall reserviert und gebucht. Aber leider nur die einfache Essensvariante (Suppe und Hühnchen) und dazu wieder einmal die „schnelle Abwicklung“. So versuchten Carmen und ich gegen 19 Uhr daraus noch ein gutes Menü zu organisieren: albanische Wurst und albanischer Käse als Vorspeise, Suppe, verschiedene Sorten Fleisch, Salat, Obst zum Dessert und dazu roten und weißen Wein aus Albanien. Um es vorwegzunehmen: es hat geklappt, und so hatten wir genügend Kraft für den kommenden Tag. Denn schon auf den ersten Metern ging es steil nach oben. Bis auf 785 Meter mussten wir klettern, dafür hatten wir tolle Ausblicke – zurück auf Tirana und voraus auf Elbasan. In rasanter Fahrt ging es hinunter in die Industriestadt, die wir aber schnell wieder verließen. Was folgte war eine 60 Kilometer lange Fahrt nach Ostalbanien. Immer höher hinauf, aber immer auch wieder 30 oder 40 Meter nach unten, so dass es ziemlich lange dauerte bis wir die „hunderter Schritte“ zählen konnten. Das Mittagessen (Lamm mit Salat) mundete köstlich und wir konnten wieder weiter klettern. Karl zog jetzt den Rücksitz im Astra dem Fahrradsattel vor und fuhr mit Hela und Marga schon einmal in unser Hotel in Pogarec. Wir hatten noch etwas zu tun, denn schließlich galt es einen 925 Meter hohen Pass zu überwinden. Nach links ging es weiter nach oben – nach Mazedonien – Alf und Joachim, die als erste am Pass waren, wollten weiter klettern und machten sich auf zur Grenze. Sie wollten wohl ein neuntes Land erkunden. Natürlich kam dabei bei den anderen Radlern keine Freude auf. Mal sehen, ob beide sich bei einer abendlichen Runde für ihre zu viel gefahrenen Höhenmeter „entschuldigen“. Aber gut – genau in dieser Minute rief Harald an. Er hatte Helgas Windjacke gefunden und bringt sie mit nach Hause. Auch Dietrich hatte seine Regenjacke zurück gelassen. Caro und Karsten werden versuchen auch diese wieder zu organisieren. Organisiert haben wir auch die letzten Ersatzteile für uns und unsere Räder. Hörnchen, Radschuhe ……. und was wir sonst noch so brauchen. Angekommen sind wir auch, kurz vor 19.30 Uhr am Hotel direkt am See. Thomas (Johann) war wieder da. Nach einer Woche in Klagenfurt war er wieder zu uns gestoßen. Und als ganz besonderen Service bekommen wir auch unsere Wäsche gewaschen. Auf dem Tisch steht schon der Salat. Danach eine Suppe und schließlich eine Forelle und danach wieder Obst – dazu eine Flasche Riesling aus Mazedonien. Einfach gut nach diesem Tag.